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Unser Gespräch stockte. Die Dame schien verdrossen zu sein,oder in Verlegenheit. Da stand ich auf, um mich von dannen zubegeben. Mittlerweile ich meinen Hut nahm, entstand ein Ge-töse im Nebenzimmer. Die Dame fuhr erschrocken auf, ergriffmich und sprach: „Nm Gotteswillen, Herr, verberget Euch, sonstwerdet Ihr unglücklich. Ich bin verrathen."
Ich schüttelte den Kopf und sagte: „Warum mich verbergen?Ich habe doch kein Nebels gethan!" Das Getöse ward stärker.Ich hörte Männerstimmen. Die Dame ward ängstlicher, undwollte mich in die Thür Hineintreiben, aus der sie gekommen war.„Euer Leben ist in Gefahr!" schrie sie.
Da traten fünf oder sechs Kerle herein, und als sie mich sahen,zuckten sie das Schwert und riefen: „Macht den deutschen Hundnieder! Gut, daß wir ihn erwischt haben!" — Ich stellte michan die Wand, zog meinen Degen und sprach: „Was wollet Ihrvon mir? Ich bin hieher beschieden, und seid Ihr Meuchel-mörder, so bekommt Ihr mein Leben nicht umsonst." — Als sievon diesen Worten erschrocken schienen, und unter einander leiseredeten, erhob ich die Stimme lauter denn vorher, und fragte:ob sie mich wollten ziehen lassen? Darauf stürzten drei Meuchel-mörder gegen mich. Es entstand ein Gefecht; ich schützte michmit Mühe gegen ihre Streiche. Da trat die Dame zwischen uns.Man sprach abermals leise unter einander, davon ich nichts ver-stand. Doch däuchte mich, als hörte ich den Namen des Herrnvon Monte-Marciano nennen. Ich mag mich auch leichtlich geirrthaben.
Nach einer Weile sagte die Dame: „Ihr seid frei, Herr."Und einige der Meuchelmörder sprachen: „Ziehet von hinnen; aberverlasset Verona, wenn Euch das Leben theuer ist."
Dann ergriff die Dame einen Leuchter, und zündete mir vor, bisan die Treppe, leise sprechend: „Ihr seid ein wackerer Mann." —