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Der Besuch.
Sieben Tage nach unserer Znrückkunst in Verona brachte mirein sehr reich gekleideter Diener ein versiegeltes Handschreiben desMorgens in das Zimmer, als ich vom Beite anfgestanden war.Er nannte mir dabei den Namen seiner Herrschaft, weichen ichnicht wohl verstand, und ging fort. Von dem Brieflein war derInhalt folgendergestalt: ich sei eingeladen, von freundschaftlicherHand, einer Person den Besuch zu machen, die mich hochschätze.Falls mir an der Bekanntschaft gelegen, möge ich mich an derHauptpforte der Kirche San Giorgio Abends neun Uhr finden lassen,wo man mich abrufen werde.
Im Anfang beschloß ich, nicht zu gehen. Da ich aber immeran das Wicderfinden des Piccolomini glaubte, zweifelte ich zuletztnicht, die Einladung komme von ihm. Unstreitig hatte er michin Mantua so gut erkannt, als ich ihn. Auch mochte er Ursachehaben, unbekannt bleiben zu wollen.
Abends verließ ich die Gesellschaft im Palast Bevilacqua frü-her, als meine Gewohnheit war, und begab mich nach Hause. Nach-dem ich mich umgekleidet und in den Mantel gehüllt, befahl ichaus Vorsicht dem Thorhaimer, sich zu bewaffnen und mich »achSan Giorgio zu begleiten. Er solle aber jederzeit in einiger Ent-fernung von mir bleiben und auf das Haus wohl Acht haben, inwelches ich gehen würde, auf daß wir es bei Tage wieder fänden.Zugleich befahl ich ihm, wenn er mich nicht bis zwölf Uhr späte-stens znrückkommen sähe, daß er Lärm machen und die Schaar-wächter suchen möge.
Es war sehr finstere Nacht, und wir warteten bis zehn Uhr,ohne daß Jemand zum Vorschein kam. Da ward ich verdrossen unddes Glaubens, irgend Einer habe mir einen Possen spielen wollen,und beschloß, den Rückweg zu nehmen. In gleicher Zeit ging