Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
Seite
278
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blicke ward der Greis ohnmächtig mitten in seiner Andacht, undgenas nie wieder. Er starb drei Tage nachher, und von seinen Reich-thümern hat man nie erfahren, wohin sie gekommen sein mögen."

Ich hörte dieser Erzählung mit großer Aufmerksamkeit zu, unddem, was der Gras Bevilacqua noch ferner über die Sache sprach,denn er war ein sehr gelehrter Mann, und Viele glaubten vonihm, er habe Erfahrung in den geheimen Wissenschaften, weil erohne große Erbschaft großen Neichthum besitze. Doch überzeugteich mich bald, daß Bevilacqua nichts von geheimer Wissenschaftbatte.Es gibt zwar," sagte er,gute und böse Geister; aberoft sind sie schwer zu unterscheiden, weil auch Kinder der Finsternißals Engel des Lichts kommen. Böse Geister dienen den Menschennur um den gefährlichsten Sold; gute Geister soll man aber nichtzur Dienstfertigkeit zwingen."

Wir verweilten eine ganze Woche zu Mantua und am Hofe.Der vermeinte Spanier aber war nirgends mehr zu finden. Docherfuhren wir, er sei nichts weniger denn ein Spanier oder ei»Hauptmann im Dienste der Krone von Spanien, sondern aus einemder altvornehmsten Geschlechter Italiens entsprossen, Namens Al-fonso Piccolomini. Er sei Herr von Monte-Marcianoin der Marca von Ancona, und lange Zeit in Frankreich gewesen,wo er tapfer die Partei des Herzogs von Guise in dortigen Un-ruhen gehalten.

Der Graf Bevilacqua, in Staatshändeln seiner Zeit gründlicherfahren, vertraute mir, daß der Herzog von Mantua, gleich wiedie meisten italienischen Fürsten, dem Könige von Frankreich ab-geneigt gewesen, der im August vorigen Jahres von dem Domini-kanermönch Clemens meuchelmörderisch umgebracht worden. Da-her, setzte der Gras hinzu, könne er sich wohl die vertraulichen Zu-sammenkünfte des Piccolomini mit dem Herzog Bincenzo deuten.