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mälde mit einer seidenen Schnur um den Hals, und trug es vonda an immerdar an der Brust, als mein allerköstlichstes Kleinod.
Einige Tage nachher begab sich Bcvilacgua gen Mantua, undich begleitete ihn wieder nach meiner Gewohnheit. Dann fuhrenwir zu Hof, dem Herzog und der Frau Herzogin die übliche»Glückwünsche abzustattcn. Wir wurden angewiesen, im Vorsaalezu warten, weil der Herzog ein wichtiges Geschäft habe. Man sagteuns, er habe sich seit zwei Stunden in seinem Arbeitszimmer miteinem Fremden verschlossen.
Wir mußten wohl eine halbe Stunde warten, daß uns die Zeitlang dauerte. Endlich trat der Herzog hervor, und hatte den Frem-den an der Hand. Hilf Himmel! Als ich diesen näher betrachtete,war es kein Anderer, denn der spanische Hauptmann, welchen ichvoriges Jahr auf dem Schweizersce kennen gelernt; eben die hagere,lange Gestalt, das bleichgelbe, eingefallene Antlitz, die tiefenAugen, die große Adlernase — Alles war er wieder; nur hatteer seine HanptmannSkleidcr gegen einen Gallarvck vertauscht, undstatt des Nebcrmuths, welchen er auf dem See zeigte, war inseiner Geberde nichts, denn die uuterthänigste Aufmerksamkeit gegenden Fürsten.
Der Herzog, indem er uns im Vorbeigehen freundlich, dochflüchtig begrüßte, führte den Spanier zur Thüre, sprach dannwieder leise und vertraulich mit ihm, begleitete ihn hinaus, undkam erst nach einigen Minuten zurück, um unsere Wünsche zu ver-nehmen.
„Ich bin Euch sehr dankbar für Eure Zuneigung, die Ihr mirzu erkennen gebet," sagte der Herzog zu mir: „doch wäre mir lieb,von Euch den Beweis zu empfangen. Ich schätze die Deutschenüber Alles hoch; sie sind aufrichtig, getreu und männlich; im Kriegaber nicht minder tapfer, als die Schweizer. Wollet Ihr in meineDienste treten, so gebe ich Euch eine Oberstelle in der Leibwache!"