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gleichen alle Fremde Von Rang, an denen es in Verona nie Man-gel hatte. Dreißig bis vierzig der allerreizendsten Stimmen undgeübtesten Tonkünstlcr Wetteifer» mit einander, wessen Kehle odermusikalisches Instrument den Vorzug verdiene. Wer zugegen war,dessen Gemüih war voll Himmel.
Der Graf hatte mich mit vieler Artigkeit empfangen, daß manwohl sah, er habe lange Zeit an großen Höfen gelebt. Er nöthigtemich zu seiner Tafel; ich mußte seinen Konzerten beiwohnen, sooft ich konnte, und er führte mich in verschiedene angesehene Häuserein, die mit ihm befreundet waren.
In der That aber war Bevilacgua ein rechtschaffener Mann,zu welchem ich immer größeres Vertrauen faßte. Auch ward ermir von Tag zu Tag, ohne mein Verdienst, gewogener, so daßer den Antrag machte, ich sollte über Winter in Verona bleibenund ihn im Frühjahr nach Rom begleiten. Er wußte es auch sogut anzustellen, daß mir Woche an Woche schnell verstrich, undder Winter unvermerkt anrückte. Jedoch gleicht der Winter dieserLänder nur einem kühlen Herbst mit schönen Tagen.
Als der Graf an den Hof von Mantua reifete, mußte ichihn dahin begleiten. Der Herzog von Vincenzo war ein Herrvon etwa achtundzwanzig Jahren, sehr gnädig und gesprächig.Seine Gemahlin Eleonore hingegen kalt »nd stolz. Sie wardie Tochter des verstorbenen Großherzogs von Florenz, und mütter-licher Seits deutscher Herkunft vom Erzhans Oesterreich.
Allein der ganze Hof und seine Herrlichkeit vergnügte mich nichtso sehr, als die Bildergallerie des Herzogs. Sie war zwar klein,enthielt aber nach der Versicherung der Kenner große Schätzeund für mich den allergrößten.
Denn wie ich das erstemal längs den Bildern hinschritt, sahich an der gegenüberstehenden Wand ein Gemälde von eigenthüm-licher Pracht und Lieblichkeit, darob ich alle Bilder vergaß. EsZsch. Nov. Vit. 9'