Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
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Ich hatte große Sehnsucht nach meinem Vaterlande heim, undverwünschte im Herzen den Spiritus familiaris, welchen ich demGrafen Sigismund versprochen. Doch zog mich mein Verhängnißvorwärts, wiewohl cs vor meiner Seele dalag, wie ein schweresUnglück. Ich empfahl mich der göttlichen Obsorge in diesem frem-den Lande, und reifete nach Verona, wohin ich Empfehlungenan den Grafen Bevrlacqua hatte.

Das Bild.

Verona ist eine alte, große Stadt, voller Reichthum undKoth. In den engen, krummen Gäßchen ist unsicher wandeln,wie in einem Irrgarten. Thorhaimer hatte sich in einem Tagedreimal darin verloren, und nnr mit großer Muhe daS WirthS-haus wieder gesunden, sintemal er der Sprache des Landes nichtwohl kundig war.

Nachdem ich mich mit Kleidern und dem feinsten Linnen neuversehen, um wiederum anständig auftreten zu können, auch denThorhaimer mit frischer Leibtracht ausgcstattct, besuchte ich denGrafen Bevilacqua. Er war schon ziemlich bei Jahren, sehr ernst-haft von Geberden, jedoch ungemein höflich. Weit umher galter für den reichsten Herrn. Da er nie verheirathet gewesen, konnteer großen Aufwand treiben, ohne Sorgen wegen der Erben. Auchgedachte er, wie er mir sagte, seine Tage in Nom zu beschließen.

Sein Haus war mit den kostbarsten Bildsäulen und Gemäldengeschmückt von den größten Meistern der Welt. Doch hatte derGraf, welcher alle Künste liebte, an keiner ein so empfindlichesVergnügen, als an der edeln Tonkunst. In jeder Woche gab erdreimal in seinem Palast Konzert. Dazu waren allezeit Herren undFrauen von den ersten veroncsischen Geschlechtern eingcladen; des-