Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
Seite
263
Einzelbild herunterladen
 

263

wußte keine größere Lust, als in der Welt umher zu schwärmen,frei wie ein Vogel, von Land zu Land.

Als der alte Herr meine Freude sah, ward er noch freundlicher,und nahm meine Hand, sagend:Bastian, du bist nicht reich.Du weißt es, deine Mutter hinterließ dir nichts, als die verschul-deten Güter.deines Vaters. Aber ich will für dich sorgen, undsollte ich sterben, ehe du heim kommst, so bedenkt dich mein letzterWille. Ich bin es dir und deiner Mutter schuldig. An Reisegeldsoll es dir nicht gebrechen. Es muß Alles Zweck und Ziel haben.Zch gebe dir einen Auftrag, an dem mir viel liegt. Vertraue ihnaber Niemanden anders, und verrathe ihn keinem in meinem Hause."

Dies versprach ich. Damit genügte ihm aber nicht. Er lasmit feierlicher Stimme einen geschriebenen Eidschwur ab, in welchem stand, daß ich nicht heimkehren wolle, bis ich den Auftragvollzogen. Ich trug kein Bedenken und schwor mit anfgehobencnFingern, was Graf Sigismund von mir verlangte, den ich Ursachehatte, als meinen Vater zu lieben, obwohl ich ihn nicht so nennendurfte.

Er schien mit meiner Entschlossenheit sehr zufrieden, und lobtemich höchlich. Dann fragte er mich, ob ich jemals von einemSpiritus familiaris gehört habe?

Ich crwiederte:Wohl, auf der hohen Schule habe ich da-von vernommen, daß cs ein kleiner Kobold sei, der in ein Fläsch-chen gebannt zu sein Pflege, und dem Besitzer in allen Dingengroßen Vortheil bringe; seinen Seckel allezeit mit Geld fülle; seineGestalt anmuthig mache, und seinen Leib fest gegen Hieb, Stichund Schuß."

Dem ist also!" sagte der Graf.ES geht die Rede, manfinde ihn nur im Welschland. Durch einen Freund hat ihn vondorther einst mein Oheim Veit von Welz-Eber st ein empfan-gen, der große KrlegSheld, dem weder die Kugeln, noch das Gift