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andere; aber wir Härten nicht auf Abschied zu nehmen, weil wirnicht von einander lassen konnten.
Ulrich aber war so bitter und böse, daß er mir kein Wort mehrgönnen mochte, und als ich ihn einst bei der Hand nahm, meineSchuld zu bekennen, stieß er mich unsanft zurück, und sprach:„Meineidiger!"
Ein Anderer, als er, hätte die Schmähung nicht ungestraftausstoßen dürfen. Aber ich fühlte sein Herzeleid und meine Schuld;darum nahm ich'S hin.
Der Auftrag.
Fünf Tage nach diesem ward ich vor den Grafen Sigismundbcschieden. Er saß in seinem Zimmer allein vor einem großen Buchund las. Als ich hcrcintrat, winkte er mir, näher zu kommen;er aber verschloß die Thür hinter mir.
Dann setzte er sich wieder und sprach: „Ihr thut nicht mehrWohl bei einander, du und Ulrich. Es muß anders werden, undsoll jetzt geschehen. Bastian, du bist mir lieb, wie mein Sohn.Ich habe dich seit deinem fünften Jahre in meinem Hause erzogen,und in allen Wissenschaften unterrichten lassen, die einem Edel-mann Wohl anstehen. Du hast mit Ulrich die hohen Schulen be-sucht; du bist fähig, in Dienst kaiscrl. Majestät zu treten. Ichwollte euch beide zuvor noch drei Jahre auf Reisen senden; dennReisen sind die wahre hohe Schule des Menschen. Allein Ulrichliebt das Fräulein von Grota, und ich sehe gern, daß er sich ver-mählt. Er bleibt. Du aber sollst reisen."
„Gnädiger Herr, je eher, je lieber!" rief ich, und war außermir vor Freuden; denn ich dachte, wie Ulrich sich mit mir nurdurch Abwesenheit aussöhnen könne. Auch war ich von Kindheitan begierig, fremde Länder und Menschen kennen zu lernen, und