Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
Seite
261
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ich antwortete!Ist er nicht Euer Bräutigam?" Da ward siefinster und senkte die Auge» zur Erde, und die Frage gereute mich.

Wie sie in die Hütte zurtickging, ihr dort gelassenes Tuch zureichen, eilte ich ihr nach und schloß sie abermals in meine Arme,wiewohl sie sich sträubte.Geht," sagte sie mit wcggekehrtcm An-gesicht,wir thun unrecht. Ihr wisset, was Ihr mir leider seid,und wer ich leider bin." Auch wollte sie mich nicht ferner anhören,sondern sagte:Fliehet, oder ich fliehe aus dieser Gegend. Esist nicht zu ändern. Meine Mutter hat mich dem Grasen Sigis-mund für seinen Sohn zugesagt. Es muß Unglück vermieden wer-den. Aber Euer Andenken soll mir theucr und Werth bleiben."

Bel diesen Worten gingen ihr die schönen Augen in Thräncnüber, und wir nahmen in zärtlichen Liebkosungen von einander Ab-schied. Sic stieg den gewöhnlichen Weg znm Schloß nieder, ichaber von der andern Seite in den Wald hinauf, daß uns Ulrichnicht beisammen sehe. Als wir noch gutes Gewissen hatten, warendas Fräulein und ich Wohl ohne Furcht neben einander gegangen.

Der Graf hatte uns gleichwohl droben am Gartenhäuslein er-blickt, nnd er war unfreundlich mit mir, wie ich's verdiente. Ichnahm mir vor, ihm abzubittcn, aber er mied es, mich unter vierAugen zu scheu. Da gelobte ich im Herzen, ich wolle das Fräu-lein nie wieder allein finden, und dem Freunde ohne Anstoß wan-deln. Und auf daß das Fräulein mich nicht mißdeute, wolle ich'sihm selbst bei erstem Anlaß sagen!

Der Anlaß fand sich von selbst, und ich sagte der Braut deSGrafen, wie er mit mir auf dem Berge gesprochen, und wir schie-den auf ewig unter Thränen und Küssen von einander, mit Ver-sprechen, uns nie wieder allein zu begegnen. Aber einen Tag umden andern hatte bald ich, bald sie noch etwas dem Abschiede bei-zufügen , damit er desto kräftiger sei, und wir mußten uns suchenund ließen uns finden. Eine Trennung war beweglicher, als die