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Die Pflichten meines Gewerbes beschäftigen mich unablässig,das ganze Zahr durch, Feier- und Werktage, von früh Morgensbis Nachts. Ich genieße erst von Abends acht Uhr an täglich,aber in Kleidern, einer vorbereitenden Ruhe von wenigen Stun-den ; dann kann ich zwei bis drei Stunden ohne Nachtheil der Ge-sundheit, ungestört mir selbst leben, daß der Geist seiner froh werde.
Und Morgens ist mein Erstes, daß ich in meinen Lehnstuhl, imLieblingswinkel meines SchlaskämmerchenS, in gänzlicher, körper-licher Unthätigkeit sitzend, eine Cigarre rauche und eine Schaalebittern, kalten Kaffee's trinke; Alles im Finstern, vor Sonnen-aufgang. Das soll mein Betrachtungsstündchen sein. Da laß ichWelt und Leben, das Vergangene, das Kommende, traumhaft anmir vorübcrgleitc». Ci» stärkendes Seclenbad! Aber es dünktmich, auf den vom langen Liegen schlaff gewordenen Körper wirktdiese Ruhe wohlthnend ein.
Mit erstem Glimmern des Tageslichts werden meine Leute aufihre verschiedenen Arbeitsplätze verthcilt. Dann geh' ich znm Kranken-besuch. Hab' ich diesen vollendet, begeb' ich mich zu Fuß oder zuPferde durch die Pflanzungen zu de» Arbeitern, das Nöthige an-zuordnen. Ich verweile bei ihnen bis zum Frühstück, um 9 und10 Uhr. Ans dieses folgt meine Siestc; dann mancherlei häuslicheBeschäftigung, abermaliger Besuch der Arbeitenden bis znm Mit-tagsmahl , um 3 oder 4 Uhr. Noch zum drittenmale besichtige ich,was meine Leute mit ihrem Tagewerke geleistet haben; gehe nocheinmal an das Lager der Kranke»; es werden die erforderlichentäglichen Schreibereien besorgt und die Anordnung für den künf-tigen Tag getroffen.
Das ist das Bild vom Einerlei meiner Tage. Besuche, un-vermeidlicher Briefwechsel und etwa ein anhaltendes Negenwettcvsind die einzigen Ausnahmen. Die stille Wiederholung meinesThuns, wie der Sonne Lauf, läßt mir kaum mehr noch zu wün-
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