Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
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Heimath, dem Nichts, verstoßen bin. Zwar meine Bibliothek istklein; sie enthält aber doch etwas Weniges von Reisebcschreibun-gen, geschichtlichen, naturwissenschaftlichen, mathematischen, astro-nomischen und andern Werken. Bon deutschen Büchern besitze ichnichts, als über Moral und Religion. Lassen Sie mir aber nochLangsdorfs und Vega'S sänimtlichc mathematische Schriften,Kästners Geschichte der Mathematik u. s. w. zukommenr so binich reich.

4.

Meine Pflanzer-Lebensart hat sich in achtzehn Jahren mehr-mals verändert, nur nie in ihrer ursprünglichen Abgeschiedenheit.Ich habe in dieser westindischen Einsamkeit das Gefühl, welchesman ans den Gipfeln hoher Berge hat. Ich stehe Gott und derNatur näher, je entfernter ich mich von den thörichtcn Qualender Menschen sehe, welche sic sich mit leidenschaftlicher Verstandes-verblendung erschaffen. Eben darum muß es selbst unter den Wil-den behaglicher wohnen sein, als unter de» durch die gesellschaft-lichen Verhältnisse erkünstelten und verschrobenen Leuten. Den»jene sind, wie alle Kinder, noch natürlich. Ich verstehe hier Rons -sean'S Gedanken besser, als in Europa.

Im Anfang glich meine Lebensweise einer Nobinsonade. Allesfehlte; für Alles mußt' ich erfinden. Im dritten Jahre hätte dieserZustand, mit meiner ersten Kaffee-Aernte, wohl wenigstens eineTünche von Zivilisation annehmcn sollen; aber durch den verderb-lichen Einfluß des spanischen Krieges und des berüchtigten Kon-tinentalsystcmS, wurde tm Gegentheil jede Blüthe meines äußernGlücks zerstört, bis zum allgemeinen Frieden. Von da erst hatsich meine Lage so verbessert, daß mir heute in diesem Betrachtnichts mehr zu wünschen übrig bleibt.