Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
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stellte ich die öffentliche Ordnung her, und ließ die Wohlthat derAlleinherrschaft neben dem Scheine der Freiheit fühlen. Jeder hattefreien Zutritt zu mir. Ich trug kein Diadem, hielt keine Leib-wache. Das ganze Volk war durch seine Stellung gcnöthigt, meinLeben, wie meine Herrschaft zu bewachen. Daß ich keine Furchtzeigte, flößte Andern Furcht ein. Selbst die, welche mich anfangsHaffen mochten, empfanden den Vorzug des festen, ruhigen Zu-standes von Syrakus vor jenem schwankenden Dasein in vergangenenTagen. Die öffentliche Achtung und Dankbarkeit verwischte balddas Andenken der Zeit, da ich meine Herrschaft gründete. Ichallein war frei, daS Volk untcrthan; so waren wir beide, was wirsein sollten und mußten und daher zufrieden.

Nun trieb ich meine Versuche weiter. Sobald ich die Ein-künfte des Staats auf unlästigc Weise geordnet, Waffen undKricgS-bedürfniffe herbeigeschafft hatte in Menge, die Zahl der vorhan-denen Galeeren vermehrt sah, unterwarf ich mir die meisten StädteSiziliens, die entweder einmal zu Syrakus gehört hatten, odermir in ihrer Unabhängigkeit gefährlich schienen."

Nun habe ich dir, Mikon, den wichtigere Theil von der Ge-schichte meines Lebens erzählt. Denn wahrlich wird es dich wenigreizen, von meinen Belagerungen, Schlachten, abwechselnden Nie-derlagen und Stegen zu hören. Die Erinnerung daran kan» michweder erfreuen, noch betrüben. Es wird nicht an Geschichtschreibernfehlen, welche die Nachwelt von meinen Thaten unterhalten, undmeine kriegerischen Unternehmungen beschreiben werden. Der großeHaufen liebt dergleichen. Dem Pöbel ist ein Feldherr, welcherweite Länder verheert, merkwürdiger, als ein Gesetzgeber, der einVolk aus dem Schlamm erhebt, oder ein Erfinder, welcher durchseine Arbeiten die Summe des Lebensglückes vermehrt, oder ein