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Ehre, Freiheit, Vaterland. Wenn er am ränkevollsten war, spracher am gutmüthigstcn; wenn er Verbrechen brütete im Herzen, ath-mete er am meisten Tugend. Da wandte ich mich voll Unwillensvon ihm. Er bereute seine Voreiligkeit, änderte seinen Gang undließ mich seinen Haß fühlen. Was ich Großes oder Rühmliches that,wußte er zu verkleinern; Belohnungen, die mir das Volk zudachte,wußte er zu vereiteln. Dazu half ihm der kleinliche Neid meinerWaffengefährtcn. Denn wo es darauf ankömmt, ein Verdienst nie-dcrzureißen, find hundert Hände bereit; einem Verdienste Gerechtig-keit zu gewähren, sind alle faul. Das ist der Kunstgriff der Ty-rannei, die Selbstsucht jedes Einzelnen gegen Einzelne zu bewaff-nen, damit in Hader Aller sich Alle aufreibcn, bis die Elendenfroh sind, von einem Einzigen endlich das Gnadenbrot» zu genießen.
„Nun scheute ich mich nicht länger, in offenen Kampf zu treten.Die Freiheit von Syrakus stand in Gefahr. SosistratoS hatte sichFeldherren und Gemeine gewonnen, ihnen die bürgerliche Obrigkeitder Vaterstadt verächtlich gemacht. Sein Wort galt mehr, als darGesetz des Landes. „Es ziemt tapfer« Männern nicht, zu vollziehen,was die daheim gebliebenen Feigen mit Rath ihrer Weiber be-schließen. Ist es nicht albern, daß wir für die wunderlichen Ein-fälle derer bluten sollen, die nie einem Feinde das Weiße im Augezeigten?" So sprach man. Da machte ich mich auf. Da zeigte ichmeinen Mitbrüdern das Ziel des SosistratoS und seinen Schlangen-wcg. Ich klagte ihn öffentlich vor dem Volke an, daß er umgehe,sich der obersten Gewalt zu bemächtigen. Manche standen auf.Manche redeten wie ich. Der Verräthcr sah sich verrathen.
„Umsonst. SosistratoS hatte schon lange vor mir einem um denander» die Haüd gedrückt, und im Namen des Vaterlandes beschwo-ren, meine Schritte sorgfältig zu belauern; denn ich triebe stilleMeuterei; ich würbe, und trachte nach Oberbefehl des Heeres, umHerr der Stadt zu werden. Nun ich redete, glaubte das Volk, nicht