Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
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Syrakus, ging an mir vorüber, beobachtete mich lange seitwärts,und sagte zu seinem Begleiter:Sich den Jüngling, wie er soschön ist." Meine Eitelkeit fand sich nicht wenig geschmeichelt.Ich ging gerne wieder zum Tempel, so oft es die Arbeit des Mei-sters gestattete, um mich bewundern zu lassen. Auch DamaS fehltenicht. Er fragte um meinen Namen und Stand. Ich nannte michwieder, nach des Vaters Tode, AgathoklcS, aus Liebe zu meinerMutter. Damas nahm mich in sein Haus, kleidete mich neu, ließmir in allen nützlichen Wissenschaften Unterricht geben, und in kurzerZeit ward ich sein Liebling, ohne welchen er nicht leben mochte.Er überhäufte mich mit Geschenken, zog auch meinen Bruder An-tander aus der Dürftigkeit hervor, und seine verschwenderische Frei-gebigkeit hatte so wenig Grenzen, als seine Liebe. Da ihn SyrakuSzum Feldherrn gegen die Agrigenter wählte, und einer der Ober-sten im Heere gestorben war, ernannte er mich an dessen Stelleüber einen Schlachthaufen von tausend Mann.

Die Freiheit Siziliens, der Ruhm von Syrakus war von nunan dal Losungswort meiner Seele. Schon als Knabe habe ichThränen des Entzückens geweint, da der Held Timoleon den Gewalt-herrn Dionys und seinen freiheitSmörderischcn Anhang vernichtete.Ich fühlte es, die Welt sei nicht geschaffen, daS Spiel einzelnerGünstlinge des Glücks zu sein, und die Volker wären nicht vor-handen, um todte Werkzeuge einiger Schlauköpfc und Tyrannen zuwerden. Dafür wollte ich mein Heil und Leben fröhlich wagen.

Dafür hatte ich mich zum Krieger gebildet, immerdar dieschwersten Waffen getragen, um der Stärkste zu werden; auf demErdboden unter freiem Himmel geschlafen, und mein weiches Bettim Palast des Damas verachtet. Meine Waffengenossen hielten michdarum hoch, und sprach ich zum Volk, redete Keiner zuversichtlicher,Keiner kühner, als ich, weil Keiner von dem, was er für wahrund recht hielt, überzeugter und begeisterter war, als ich.