Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
Seite
209
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würde dereinst großes Elend über Karthago bringen ist einMährchen, dergleichen das wundersüchtige Volk gern erfindet, umsich daran zu ergötzen, wie es sich Götter aus Stein und Holzschneidet, um sie anzubeten. Doch Mutterliebe vereitelte desVaters Thorheit. Die Mutter stahl mich des Nachts hinweg, woich ausgesetzt war, übergab mich ihrem Bruder HeraklidcS undnannte mich, nach ihres eigenen Vaters Namen, AgathokleS.

Ich mochte ungefähr sieben oder acht Jahre alt sein, kam meinVater zu HeraklideS, welcher ihn zu einem Opfer eingeladen hatte.KarkinoS sah mich, gewann mich lieb, und erfuhr nun erst vonmeiner Mutter, daß ich sein eigener Sohn wäre. Erstaunt undfreudig schloß er mich mit väterlicher Zärtlichkeit in seine Arme,ließ mich auch nicht wieder von sich. Wir zogen mit einander nachSyrakus, ,wo er leichter Mittel fand, durch Arbeit seiner Händesich, meine Mutter und meinen Bruder Antandcr zu nähren.Er war ein armer Mann. Als Timoleon zu dieser Zeit Allen, diees wünschten, das syrakusische Bürgerrecht gab, ließ KarkinoS so-wohl sich, als mich, in das Bürgervcrzcichniß cinschreiben. So-bald ich fähig war, ein Handwerk zu lernen, that er mich zu einemTöpfer in die Lehre. Er hatte mich so lieb, daß er schlechterdingswollte, ich müsse nach ihm KarkinoS heißen. Dort in der kothigenWerkstätte unsers Meisters lernten wir uns kennen, Mikon. Daßdu einst ein von den Griechen selbst bewunderter Bildhauer, ichHerr von Syrakus und dem größten Theil Siziliens werden sollte,ahncten wir beide nicht, als wir, bei deiner Abreise nach Korinth,einander weinend das Lebewohl wünschten.

Da du mir fehltest, fehlte mir Alles. Mein Vater starb. Ichwar schon im Begriff, mein geringes Erbe zu verkaufen, und dichwieder in Griechenland aufzusuchen, als ein Zufall alles änderte.

Ich stand eines Tages im Tempel, nm den Opfernden zuzn-schauen. Damas, einer der reichsten und angesehensten Bürger vonZsch. No». VII. 7'