Haltungen waren ernste» und hohen Inhalts, wie ihrem Alter undihren Erfahrungen geziemte, Mikons weise Reden erhoben das«st niedergesunkene Gemüth des Fürsten, Auch soll Agathvkleshier den Entschluß gefaßt haben, seine königliche Würde abzulegen,sie seinem Sohne zu übergeben, und die letzten Tage des Lebens4n Einsamkeit und Betrachtung hinzubringen. Doch daS Schicksalhat seine Wünsche nicht erfüllt.
Als sie eines Tages bei einander in einer kühlen Grotte desThaleS saßen — sie war aufs zierlichste gewölbt, die Wand mitschimmernden Muschelschalen, der Boden mit Marmor belegt undmit jeder kleinen Bequemlichkeit ausgestattet, welche dem Alterwohlthut — mahnte Mikon den König an die Geschichte seinesLebens.
AgathokleS sagte! „Sie wird dich nicht minder verdrießen, alsmich selbst, wenn gleich aus ganz entgegengesetzten Ursachen. Denndu liebst die Menschen, wie ich sie im Ganzen verachte; du kennstsie zu wenig, ich zu viel; du lebst mehr im Innern deines from-men GemütheS, ich außer mir im Schaffen und Kämpfen; du liebstin alle» Sterblichen deine Tugend und Güte, nicht die Sterblichenselbst; ich verachte sie aber, weil sie mir keine Ehrfurcht einflöß-te», und mich nicht finden ließen, was ich mit brennender Be-gier suchte.
„Mein Vater KarkinoS, der aus Nhegium verbannt worden,hatte zu Thcrmä hier in Sizilien meine Mutter gesunden. Ich wardie Frucht ihrer Liebe. Der erste Augenblick meines Lebens warzugleich Entweihung alles Heiligsten in der Natur. Mein Vaterwollte mir das kaum gewonnene Leben rauben, mir «»bekannt, auswelchen Ursachen. Man hat mir gesagt, wegen einiger schwerenTräume, die seine Einbildungskraft beunruhigten. Daß er einigenKarthagern, die nach Delphi reisen wollten, den Auftrag gegeben,das Orakel über mich zu erforschen; daß dieses verkündet habe, ich