207
Freistaaten, hob AgathokleS einen großen goldenen Becher emporund sagte: „Ich habe mein Töpferhandwerk nicht aufgegeben, bisich die Kunst lernte, ein Gefäß solcher Art zu bilden! Und dochist Alles Schcrbenwerk, eins wie das andere!"
Der Fürst von Syrakus legte während des Schmauses allesGepränge ab. Nichts erinnerte, daß er der König sei. Mit lusti-gen Schwänken und Neckereien belebte er die Gesellschaft zur Freudeund Frelmüthigkelt. Er schien sich recht darnach zu sehnen, seinesGleichen um sich haben zu können. Ein lautes Gelächter rauschtegewöhnlich von allen Anwesenden seinen witzigen Einfällen nach;aber auch die Trunkenen blieben nüchtern genug, ihn selbst in seinenScherzen zu vergöttern.
„Sieh', Miko»," sprach AgathokleS zum Bildhauer, als dieserAbends von ihm schied, „du hast mir dein Glück, ich habe dirmein glänzendes Unglück gezeigt. Du bist reicher, als Agatho-klcS, vielleicht warst dn weiser, als er. Ich sehne mich nach demGenuß deines Umgangs."
Wenige Tage nach diesem kam der Fürst von SyraknS, nurvon einem einzigen Diener begleitet, znm Bildhauer. Es warzwischen den wieder vereinten Jugendfreunden ferner kein Unter-schied des Standes. AgathokleS wiederholte von Zeit zu Zeit dieBesuche. Er entstahl sich gern seinen Arbeite» und Sorgen, umin MikvnS Gesellschaft ganz frei und er selbst sein zu können. „Ichgleiche auf der Burg von Syrakus, an der Spitze des Heeres, inden Versammlungen des Volks einem Schauspieler," sagte er oft,„und mehr oder weniger muß dies jeder König sei»; um so er-quickender ist'S, wenn ich die lästige MaSkc auf Augenblicke ob-legen darf."
Die Greise wandelten gern einsam mit einander. Ihre Unter-