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„Mögcn die'Götter deine ruhmvolle» Tage, o König, noch mitvielen Jahren neuen Glanzes vermehren," sagte der Bildhauer.
„Ich zweifle, daß die Götter dir den Gefallen thun. MeinLeben neigt sich zum Ende. Gleichviel. Mein ganzes Dasein warein zwcinndsiebenzlgjähriges Possenspicl, das mich zuweilen ergötzte,noch öfter langweilte. Ich handhabte Völkerschaften, wie du denMarmor, bald mit harten Mcißelschlägcn, bald sanft glättend.Was haben wir endlich von nnserm Treiben? Deine Bildsäulenund meine Schöpfungen werden zum Raub der Zeit. — Möchtestdu ewig unter deinen todtcn Bildsäulen leben, statt unter deinesGleichen? Gewiß nicht. Eben so ekelt mich das Menschengeschlechtan; denn es ist ein feiges, gemeines, schwaches Gemilcht, bissigund schüchtern und zähmbar, wie ein Thier. Es ist nicht meinesGleichen. In allem Ernst, Mikon, die Götter hätten mir mehrGlück verliehe», wenn es ihnen gefallen haben würde, mir weni-ger Verstand zu geben, daß ich mit Andern hätte träumen undmich täuschen können. Sieh', ich habe Alles gewonnen, um end-lich Alles zu verachten. Das Ziel war des vergossenen Schweißesnicht Werth."
„O König," sprach Miko», „dir kann keine Welt mehr genugthun, denn du hast dich selbst verloren!"
AgathokleS sank bei diesen Worten in Nachdenken. Nach lan-gem Schweigen sagte er: „ Es freut mich, mit dir nach einem Um-weg von fünfzig Jahren wieder zusammen zu treffen. Mir ist wohlbei dir. Ich lebe wieder rückwärts in die Kinderjahre hinab. Ichwerde dich von Zeit zu Zeit in deiner Einsamkeit besuchen. Daplaudern wir zwanglos. Ich bin dir die Geschichte meines Lebensschuldig. Du sollst sie hören."
Sic verließen den Erker. AgathokleS bcwirthetc seinen Jugend-freund mit königlicher Pracht. Als sie am Tisch saßen mit allenGroßen von Syrakus und den Gesandten auswärtiger Fürsten und