204
fünf NN Pracht wetteifernden Städten gebildet. Es stieg Ortygiaseitwärts mit ihren Palästen aus dem Meere; an der Küste steilaufwärts das Herz von Syrakus, der prächtige Akradine, danebendie Neustadt in aufblühcndcr Schönheit, und die Straßen von Tüchä,rings um den alten Tempel FortuncnS; dahinter verloren sich dieHäuserreihen und Gärten Epitüchä'S, der Borstadt.
Ein ungeheures Volksgetümmel wogte um die Burg her, ausallen Straßen zu dem geräumigen Platze vor dem Palast des Aga-thokles. Plötzlich scholl ein kriegerischer Klang von Hörnern, Trom-meten und Pfeifen. Es zog in schimmernden Ordnungen die ganzesyrakusische Hecrmacht über den Platz an der Burg vorüber.
Der König deutete seinem Freunde aus den Anführer der erstenSchaarcn. „Der Jüngling dort," sprach er, „ist ArchagathoS,mein Enkel. Sein Vater kam in Afrika umS Leben. Er hat mehrTapferkeit und Einsicht, als mau von seinem Alter erwarten sollte.Ich habe ihm den Befehl über das Heer am Aetna gegeben. Derdort, welcher sich auf dem ungestümen Rosse nähert, ist mein SohnAgathokleS. Den wcrd' ich zum Nachfolger und Erben meinerMacht ernennen. Jetzt zieht das Heer hinauf in das Lager amAetna."
Mikon betrachtete mit stummer Bewunderung die vorüberwan-delnden KricgShaufen. So oft eine neu anrückende Schaar denPlatz berührte, und den König auf dem Erker erblickte, erscholl don-nerndes Jauchzen: „Es lebe AgathokleS! Es lebe der König!"und die ungeheure Menge der Zuschauer wiederholte den Zuruf.
Nachdem der Zug vorüber war, fragte AgathokleS den Bild-hauer: „Hast du gehört, wie mich Syrakus liebt?"
Mikon antwortete: „O König, ZeuS kann lächeln, wennseinAdler mit den zermalmenden Donnern spielt; dir tönt das gewal-tige Frohlocken der Tausende süß, wie ein kindliches Lallen. Ichaber schwindle an deiner Seite auf dieser Höhe, und bebe in allen