Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
Seite
198
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aus dem stillen Hause eines Familienvaters Merkwürdiges be-richten? Man lebt da mehr in sich, als außer sich. Weißt dumir mit Worten die stille Fluth der Klänge aus dem Gesängezu beschreiben, oder 'die Geschichte vom Wechsel deiner Gefühlezu geben. Sieh', so ist Haus- und Künstlerleben. Große Schick-sale mangeln, aber sie werben von großen Gefühlen ersetzt; diesesind das eigcnthümlichc Leben. Das Acußere ist alltägliches Einer-lei von gewöhnlichen Dingen ewiges Wicdcrkommcn. Derruhige Spiegel eines See's, was läßt sich von ihm viel sagen?Wenn der Wind leichte Furchen über seine Oberfläche hinweht,du sichst ihn an, und ihr Anblick schläfert dich ein. Aber in derTiefe drunten, wohin du nicht sichest und denkest, da lebet undund webet, liebet und leidet, geht auf und unter eine ganzeWelt von Geschöpfen. Lieber Alter, soll ich dir meine LcbenS-gcschichte vollenden, so komm und betrachte den schöner» Thcilderselben mit eigenen Augen in meinen Kindern und Nachkom-men. Ich bitte dich, steige mit mir hinab in das Thal. Er-freue mein Haus mit deiner Gegenwart, und genieße einige Er-frischungen unter meinem Dache. Dafür will ich auch dich wie-der besuchen, in deinem Hause, unter deinen Kindern, wenn dusie hast."

Willst du das?" fragte Karkinos und lächelte sonderbar dazu.

Allerdings will ich das! und morgen schon," antwortete Mikon,denn wir sind beide grau und reif, und müssen, was uns nochzn lhun gelüstet, schnell thun, eh' cs mit nächstem Sonnenunter-gang zu spät wird."

Ich halte dich beim Wort, Mikon!" rief KarkinoS.

Dieser stand schnell auf, ging durch den Tempel, winkte seinemBegleiter, der mit den beiden Rossen unter dem Baume weilte,redete einige Worte zu ihm, und kam wieder an den Ort zurück,wo Mikon saß. Der mit den Pferden sprengte davon.Er ist'