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gewöhnlich ein reinigendes Bad der Seele. Da wasche sie sichvon allen kleinen Kümmernissen rein, und werde kräftig, wohl-thuend, erhaben und still, wie die Natur, in deren Hauch sie sichgleichsam auflöse. _
Am zwölften Tage seiner Ankunft in Sizilien bestieg er auchdie Anhöhe, an deren Fuß die Gebäude lagen. Noch war er niehinaufgekommen.
Droben auf der Schwelle des Tempels im kühlen Schatten hoherSteineichen und Kastanienbäuine ließ er sich zum Ausruhen nieder.Zu seinen Füßen grünte das Thal mit seinen Gütern. Zwischenden fetten Fluren krümmte sich der Bach in großen Windungenhin, als thäte es ihm weh, die reizende Gegend zu verlassen, umim Schoos des nahen Meeres zu sterben. Weiterhin glänzte derdunkle Spiegel des Ozeans, bis, in uncrspähbarer Ferne, Welleund Himmel duftig zusammcnrannen.
MikonS Blicke durchirrten neugierig und überrascht die großeanmuthsvolle Landschaft. Er war im Anschauen derselben verloren,als ihn ein Geräusch ans dem Thal^störtc. Er sah drunten jenseitsdes Tempels zwei Männer zu Pferde. Einer derselben flieg ab,und übergab sein Roß dem Begleiter, welcher im Schatten einesalten Baumes blieb. Der Abgestiegene schien den Fußweg hinaufnach dem Tempel zu wählen. Mikon beschloß, sich nicht stören zulassen, und nahm seine vorige Stellung wieder. Als er aber hintersich ein starkes, männliches Schreiten über den Marmorbvden zwi-schen den Tcmpelsäulcn hörte, stand er auf.
Ein Greis, der noch älter als er selbst zu sein schien, ln ein-facher Kriegcrkleidung, ging neben dem Altar vorbei, ohne MikonSAnwesenheit zu beachten, seitwärts die Stufen nieder gegen dasThal hin. Da blieb er stehen, und betrachtete die Landschaft mitverschränkten Armen. In seiner Stellung war etwas Gebieterisches;
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