Furchtsam machte er sich auf, um Nugustinen zu sehen — um,wenn sie vielleicht den schönen Rausch bereuen würde . . . DochwaS dann thun, war ihm ja selbst noch dunkel.
Sie war einsam, noch im häuslichen Gewände; aber schönerwar sie nie erschienen. Bei d'AubantS Eintritt ins Zimmer schwammeine sanfte Rothe über ihr Gesicht. Sie erhob sich vom Stuhl,und wagte nicht zu ihm auszuschen. Und doch, so sagte ihr ganzesWesen, und der stille Ernst, der sie beherrschte, daß sie sich be-reitet hatte, ihm ein ernstes Wort zu sprechen über das Geschehene.
Er fiel zu ihren Füßen nieder — er konnte keine Silbe des Grußesstammeln. Sic winkte ihm aufzustchen. Er erhob sich, und mitseinen Augen wollte er in den ihrigen Gnade oder Fluch lesen.Sic starrte ihn traurig, zärtlich an, und was gesprochen werdensollte, ward vergessen. Sprachlos, Herz an Herz, vergaßen siedes ganzen Weltalls; nur in zitternden Seufzern, nur in Thränentiefgefühlten Glücks redeten ihre Seelen zu einander.
Und wie gestern machte auch diesmal der Gouverneur ihrerBegeisterung ein Ende. Er trat herein, an seiner Hand de»Geistlichen von AndayeS, und hinter ihm ein fröhliches Gefolge:Agathe mit ihrem DeSfontaines, und andere von der Begleitungdes Gouverneurs und aus der Kolonie.
Agathe schlang sich schluchzend um Augustincn und küßte sie mithoher Inbrunst und rief: „Wohl hat mir'S immer eine geheimeStimme flüstern wollen, und ich wagte es nicht, ihr zu glauben.Du liebe, göttliche Pflanzerin, bist glücklich! ich kröne dich hiermit dieser Mirtenkronc: Christinenthal ist deine Monarchie; Liebe,Tugend und Seligkeit sind deines Hofstaats Glanz — vergiß nundeiner Agathe nicht in d'Aubants Armen."
Wirklich heftete Madame DeSfontaines die frische Mirtenkroncans AugustinenS Haupt, von welchem in reizender Unordnung dieLocken wallten über Achseln und Nacken. — Der ganze Zug ging