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7 (1851)
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auf der Stelle noch die zweite, und, wenn morgen oder übermorgender Missionär kommt, eine Doppelhochzeit geben." Ohne weiter Ant-wort abzuwarten, bog sich der Mann über beide nieder, schlug dieArme rechtsum d'Anbant, links um Augustincn, preßte beide herz-lich und so nahe zusammen, daß beider Lippen sich begegnen mußten.

D'AubantS Kuß brannte auf AugusttnenS schönen Lippen Be-wußtsein und Besonnenheit waren erloschen. Sie fühlte, ln derBetäubung, des geliebten Mannes Mund glühen an dem ihrigen,und unwillkürlich antwortete ihm der süße Gegenkuß. Und in demWirbel unbekannter Wonnen versanken beide, zitternd, wie wennsie sich aus der todten Erdenwelt in das Leben von Elysium ver-zaubert sähen, und schüchtern noch beim ersten Eintritt zweifelten.

Der Gouverneur lachte laut auf, ob seines glücklichen Raths,und ging mit Recht triumphircnd davon. Das Lachen rief d'Au-bants Besinnung zurück. Er fürchtete, die der Fürstcntochter schul-dige Hochachtung verletzt, Augustlncns Zorn verdient zu habenund doch hielt Liebe ihn immer wieder an des wundervollen WeibesBrust.D'Anbant!" lispelte sie bebend, und erwiedcrte leiseden Kuß, der ihre Lippen versiegelte. Er schlug seine Arme umsie. Er fühlte sich von dem schönsten, dem edelsten Wesen, so erjemals in der Welt gefunden, umfangen. Er war ein Gott.

Ein fröhliches Geräusch drang durch die Gebüsche heran, unddie Kerzen leuchteten näher. Hand in Hand gingen der Chevalierund Augustine der herbeiströmenden Gesellschaft entgegen. Sie em-pfingen, als Neuverlobte, die Glückwünsche Aller, und konnten keineAntwort stammeln, und hatten sich selbst noch nicht mit Wortengestanden, was sie fühlten und dachten.

Den Chevalier floh diese Nacht der Schlaf; er schwebte, wieim wilden Fieber. Erst am Morgen ziemlich spät erquickte ihn einleichter Schlummer. Und da er erwachte, war'S ihm ein Mähr-chen von dem, was gestern geschehen.