Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
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Die düstere Stille, welche noch vor einer Stunde in dem frcund-schastlichcn Kreise geherrscht hatte, war nun plötzlich verschwunden;das drückende Geheünniß von jeder Brust gewälzt. Man gab undempfing Glückwünsche, und überließ sich unbefangener, denn jemals,der Freude. Augustine, von dem Vergnügen ihrer Gäste beseelt,wollte das Fest kröne». Sie lud die benachbarten Pflanzer ein mitihren Familien; auch ländliche Musik erschien, und beim Schimmerdes Mondes und der Sterne wurde ein fröhliches Abendmahl ge-rüstet im Freien unter den Palmen.

Versöhnung, Dankbarkeit, Liebe, Hoffnung und Freundschaftbewegten jedes Herz. Man tändelte, man sang, man tanzte. DerKlang der Instrumente drang weit und melodisch durch die Stilledes Abends hin, lockte die Bewohner und Bewohnerinnen der ent-fernten Hütten herbei, und vermehrte mit jeder Stunde das lieb-liche Getümmel beim Schein der wehenden Fackeln und Lampen.

D'Aubaut vermißte von ungefähr Augustincn. Sie hatte sichans dem Gewühl zurückgezogen. Er fand sie nicht weit vom Tanz-platze, auf einer Bank im Garte», von wilden blühenden Gebüschenverdeckt.

Darf ich mit Ihnen diese Einsamkeit theilcn?" sagte er.

D'Aubant!" sagte sic leise. Er saß schon neben ihr. Er wolltereden, ergriff ihre Hand, und vergaß, indem er diese Hand anseine Lippen zu pressen wagte, seine Worte.

Beide schwiegen. Die Zauberei des schönen Abends, die letztenEreignisse, die Musik in der Ferne, schienen mächtiger auf beiderHerzen zu wirken, nun in beider Brust die schöne Ahnung regergeworden: du lebst nicht ganz ungeliebt.

Augustine, aller Vergangenheit vergessend, sah mit träumendenBlicken in die verworrene Abcndwelt hinaus. Wohlgcrüche athmctenalle Stauden. Gesträuche, Hütten und Tänzer schwebten im fabel-haften Halbiicht des Mondes; und wie Gestirne funkelte der rothe