Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
Seite
181
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Gouverneurs in Christincnthal hatte auf die bisherigen einförmigenVerhältnisse d'AubantS und der fürstlichen Pflanzerin einen Ein-fluß, den sie selbst nicht erwartet hatten.

Augustinens Heiterkeit verlor sich unvermerkt. Agathe sowohlals d'Nubant, fanden sie öfter, als gewöhnlich, auf dem Grab-hügel Herberts gelehnt und in traurige Betrachtungen verloren.Zwar lächelte sie, sobald ein Freund vor ihr erschien; zwar be-lebte sie noch, wie immer, die Gesellschaften mit ihrem Frohsinn;aber dennoch empfand Jeder, der sie kannte, daß ihr Lächeln undihr Scherz nur gezwungen sei. Niemand konnte in das Geheim-» ihres stummen Grames dringen.

Inzwischen dauerten die Zerstreuungen fort. D'Anbant hatteweniger Anlässe und Gelegenheiten, Nugustinc» zu beobachten.Er war von der Sorge um die Unterhaltung seiner Gäste hin-gerissen. Die muntere Adelaide umgaukelte ihn unaufhörlich, undder Gouverneur hatte tausend Dinge mit ihm ins Reine zu brin-gen. Die Gemahlin des Gouverneurs bemerkte mit inncrm Wohl-gefallen, wie sich Adelaide mit jedem Tage vertrauter an Herrnd'Aubant schloß. Sie thcilte ihre kleinen Entdeckungen dem Gou-verneur mit, und dieser hatte, so wie seine Gattin, manchen Grund,mit den Entdeckungen zufrieden zu sein. Denn die kleine flatter-hafte Adelaide hatte ihr Herz schon einem Ingenieur, einem jun-gen, artigen Mann, schenken wollen; das wußten die Aeltcrn,und waren der Schenkung nicht gewogen gewesen. Sic hattenAdelaiden ernstlich die Liebe zum Ingenieur, als einem Mannbürgerlicher Abkunft, untersagt; das wußte Adelaide, und sie warihrerseits dem Verbot nicht gewogen gewesen. Jetzt schien sichdas Mißvcrständuiß sehr angenehm in einer Verbindung d'Aubantsmit Adelaiden aufzulösen, und in der ganzen Kolonie zweifeltekein Mensch weiter daran.

D'Aubant läugncte freilich herzhaft, so oft die liebenswürdige