Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
Seite
176
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neuen Wirkungskreis, als wäre sie für ihn geboren, und seit derfrüheste» Kindheit in ihm erwachsen. Nie kannte die ganze Welt-geschichte ein weibliches Geschöpf, welches mit solchem Hclden-muth und solcher Kraft die entgegengesetzten Lcbenslvose zusammen-knüpfte, wie sie; welches gelassener» MuthcS Thron und Purpurum eine Hütte vertauschte, und mit einer Religion, wie Heiligesie nicht in ihrem Busen trugen, erhaben über ihr Schicksal, hin-wandclt, und den trüben Strom der Verderbtheit ihres Zeitalters,der verworrenen Begriffe von Hoheit und menschlicher Bestimmungtief unter sich erblickt. Nie sah die Welt eine Fürstin von sorührender Demuth, nie eine Hüttenbcwohncrin umstrahlt von sovieler Majestät. Die ganze Kolonie Christincnthal sieht mit Ehr-furcht und Liebe auf sie hin, wie auf ein Wesen, das von bessernWelten kam, uns zu beglücken; ihre Sklavinnen vergöttern sie

und ich, o Bcllisle! ob ich sic liebe?-liebe? Nein,

nur anbcten darf ich sie.

Ach! die peinlichen, die seligen Gefühle, die mich oft ent-zücken und vernichten sic kennt sie nicht sie darf sie niemalsvermuthcn. Liebend werd' ich einst ins Grab sinken, aber unge-liebt! Die ich anbcte, ist eine geborne Fürstin. ES bedarf einesKönigreichs, um die Kluft auszufüllen, welche der Zufall zwischenihr und mir gegraben.

Aus dem Tagebuch Augustinens.

Sähest du nun, geliebte Julie, meine Einsiedelei imSchatten hoher blumentragender Eichen, und das hehre Prachtwerkder in sich 'selbst vollendeten Natur, welches mich, so oft meineBlicke es durchirren, mit Begeisterung füllt; sähest du mein Tage-