Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
Seite
175
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selbst hübe mir dieses Loos erkoren, und wähle Sic nun zn mei-nem Vertrauten. D'Aubant, vergessen Sie nicht, daß Sic nunder einzige Sterbliche sind, der mich'S bereuen machen könnte, wasich gcthan."

So sprach die Edle. Ich schwor ihr freudig das Gelübde derVerschwiegenheit; aber verhehlte ihr auch nicht, daß ich Ihnen,mein Bellisle, schon manche Muthmaßung über die holde Unbe-kannte mitgctheilt, die mir unter so seltsam verschiedenen Ver-hältnissen im Leben erschienen war. Ich schilderte ihr Sie undunsere Verbindung, und die Folge der Entdeckung war, daß Sieauch diesen Brief, und Alles, was ich Ihnen künftig noch überdiese Herrliche schreiben werde (denn mich mit Ihnen von ihr imGeiste unterhalten, ist ein unentbehrliches Bedürfnis), erst dannerhalten werden, wenn sic es selbst erlaubt.

Und von diesem Tage an war das Verhältnis zwischen ihr undmir bestimmt. Keiner unserer Gedanken streifte zurück in das Ver-gangene. Ich sah sie wieder. Ich sah sie oft. Wie eine Nosenach nächtlichem Gewitterregen blühte ihre Schönheit allmäligunter den Thränen der Schwermuth wieder auf, die sie dem An-gedenken ihres verstorbenen, treuen Dieners Herbert weinte, densie, unter dem Namen Holden, als einen zweiten Vater verehrthatte.

O, Bellisle, wenn Sie sie sehen könnten in ihrem häuslichenWeben! Ein wunderbarer, schöner Geist der Einfalt und der Ord-nung waltet dort. Was sie berührt, scheint sich unter ihren Hän-den zn veredeln. Alles wird anmnthsvoller und bedeutsamer, wasmit ihr in naher oder ferner Verbindung steht; selbst das Leblosewird beredt, und die kleinste Blume ihres Gartens blüht schönerund faßt in das wundervolle Ganze ein. welches die Gegend um-ringt, so von ihr bewohnt wird.

Mit erhabener Selbstverlängnung belebt sic geschäftig ihren