thum. Mein Leben hat nur dadurch einen Werlh, daß ich cs fürSic leben darf."
In diesen Augenblicken bemerkte sie ein kleines Gemälde unterdem Spiegel. Sie trat näher, iim cS zu betrachten. Ich warihr gefolgt, und meine Unruhe vermehrte sich, da ich wahrnahm,wie sie sich in dem Bilde sclbsi wieder erkannte, und zwar in der-selben Kleidung, welche sic im Hain bei Blankenburg getragen,wo ich sie zum erstenmal gesehen. Sic stand lange schweigend undstaunend da. Sie trocknete ihre Augen, »ahm mit zitternder Handdas Gemälde ab, betrachtete es wieder, warf sich entkräftet ineinen Sessel, und schluchzte laut.
Noch immer wollte ich, um ihrer zu schonen, mein Gehcininißverhehlen, als kenne ich sie nicht. Aber als sie nun ihre verwein-te» Augen schüchtern zu mir aufschlug, und frägte: d'Aubant,woher haben Sie dies, und seit wann?" da könnt' ich'S längernicht ertrage». Ich sank zu ihren Füßen nieder. „Gnädige Für-stin!" stammelte ich, „ich sah Sie einst im Hain von Blanken-burg - der Maler war ich selbst. Es blieb seit jenen Tagen meinhöchstes Kleinod. Ich trug's auf meiner Brust in mancher Schlacht;ich trug es mit mir über's Meer hieher. Einst soll es mit mirruhen im Sarge."
Sic reichte es schweigend mir zurück, verhüllte ihr Gesicht undweinte heftiger. Nachdem sic wieder Gewalt genug über sich selbstgewonnen hatte, befahl sie mir, anfzustehcn. Sie drückte mir schwei-gend die Hand. Ei» Schauer bebte durch alle meine Nerven. „ Ichhabe eS längst gefürchtet!" sagte sie: „D'Aubant, ist Ihnen meineZufriedenheit theucr, so vergessen Sie, daß Sie mich einst unterandern Verhältnissen kannten. Wecke» Sie in mir keine von jenenunseligen Erinnerungen auf. Nehme» Sie, wie Zhr Gemälde,auch das Geheimniß mit in das stumme Grab. Ich bin nicht Für-stin mehr. Zch bin eine arme, aber zufriedene Pflauzcrin. Zch