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zweifeln endlich unter ihre» Unnatürlichkeiten, wo ihnen Alles,und sie sich selbst, zum Widerspruch wird.
An diesem Allem ist nur die Erziehung der Fürstenkinder schuld.Schon von der Wiege aus sehen sie die Welt mit geblendeten Augen,und statt der einfachen Wahrheit — Zerrbilder der Kunst.-—
D'Aubant an Bellisle.
Christinenthal, 3. April 1719.
Nichts mehr, v mein Bellisle, nichts mehr Hab' ich zu wün-sche», nichts mehr zu hoffen! Ich stehe am Ziel und habe aufder irdischen Laufbahn meine Palme errungen. Und wenn der Ge-nius der Ewigkeit heute mir erschiene, winkend, ihm zu folgen,ich würbe diese Erde segnen und lächelnd ihr meinen Staub zurück-geben, und still und freudig dem Genius — vielleicht zu einemschönem Sterne — folgen.
Ja, Bellisle, die Einzige, die jemals mich entzückte, dieWundervolle, welche meinen ganzen Lebenslauf in einen ewigenLenz verwandelte, die schöne Heilige, deren bloßes Anschaucn michnäher führt zur Gottheit und zur Andacht, und zum tugendvollenSinn, als aller Pomp der Kirchen, als aller Priester Rednergabe,als aller Philosophen Deuten und Enträthseln — ja, Bellisle, sieist da. Seit einigen Wochen schon verherrlicht sie mein Tempe.Ich darf sie von Zeit zu Zeit besuchen.
Wenige Tage nach ihrer Ankunft starb ihr seit langem krän-kelnder Bater, der gute Herr Holden. Wie gern that ich demedel» Mann in seine sterbende Hand den Schwur, nie seine Kin-der zu verlassen, an seiner Stelle ihr Freund, ihr Beschirmer,ihr Rathgeber zu werden! — Er ward unter den hohen Cypreffenin ihrem Garten begraben. Die reizende Augustine und ihre Schwe-ster Agathe waren untröstlich. Sic leben sehr einsam. Fünf junge