Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
Seite
170
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Ja, mein Geliebter, es ist ein Gatt! Es herrscht ein dunkler,allmächtiger Arm der Vergeltung durch die unendliche Welt, undrichtet Thaten und Gedanken!

lieber die Todesart, welche der russische Prinz erleide» mußte,kann ich Ihnen weiter keine befriedigende Auskunft geben. Manhat auSgestreut, Aleris sei, während ihm das Todesurtheil ver-kündet worden sei, vom Schlage gerührt, niedergestürzt. Aberandere Muthmaßungen durchkreuzen sich; viele wollen, er habeden Giftbecher trinken müssen: viele wieder, er sei erwürgtworden.

Wenn eS plötzlich Tag werden sollte in den finstern Heimlich-keiten manches Fürstenhauses, wenn ein Geist der Wahrheit plötz-lich den Purpur hinwegrisse, welcher die Verbrechen und das Elendmancher Großen verhüllen muß vor den Blicken der unterthänigenMenge; wenn wir sie sehen sollten, die Götter der Erde, in ihrenGemächern und Schlafkammern, wo sie mit abgelegter Krone überihrem verstohlenen Jammer brüten; wo sie, Ungeheuern Leiden-schaften preisgegeben, Beute derselben sind, und zwischen der Racheund Rene, zwischen der Wollust und dem Ekel, zwischen der Ver-götterung und des Meuchelmörders Dolchen taumeln, wahrlich,mein d'Anbant, unsere Bettler würden ihre Lumpen nicht tauschengegen hochfnrstlichen Hermelin, und ihre Brodrindcn dem schwel-gerischen Banket der Paläste vorziehen.

Aber so ist'S mit der Menschheit. Raserei ist ihre Weisheit,Leidenschaft ihre Frömmigkeit. Die, welchen Geburt und Zufallmit nngemcffener Gunst die Güter der Welt gab, und jedes Mittel,ihr Dasein zu verherrlichen, und einen Himmel um sich zu bauenaus der Erde, versiehe» oft kaum die Seligkeit eines reinen Her-zens; wähnen, Religion und Tugend sei Schulmährchen, undStaatsmittel, den Gehorsam des Volkes zu sesseln; kämpfen mitthörichtem Stolz gegen die ewigen Gesetze der Natur au, und ver-