Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
Seite
167
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Der Prinz war sehr bestürzt. Tolstoy suchte ihm aber jedeFurcht zu benehmen, und wußte sich ihm so ergeben zu stellen, daßder Czarewitz und dessen Beischläferin Euphrosine Vertrauen faßten.

Wahrhaftig!" sagte Tolstoi) einSmalS zu der Geliebten desPrinzen:Wir sind hier in einem herrlichen Lande; mau lebthier, wie im Himmel. Ich möchte ewig hier wohnen. Aber un-angenehm ist'S doch, daß es unter dem Papst steht, und unsereheilige Religion uns verbietet, mit Leuten von der römischen Kirchezu leben. Dazu kömmt noch, daß der Kaiser sehr schwächlich ist.Stirbt er, so besteigt AleriS den Thron von Rußland, und Sie,Madame, spielen daun in Rußland die glänzendste Rolle. Es kannnicht anders sein. Aus Liebe zu Ihnen, Madame, und zum Czare-witz, muß ich rathen, daß wir dies italienische Paradies verlassen.Ist Ihnen nun daran gelegen, daß seine und Ihre Negierung vonglücklicher und langer Dauer sei, so geben Sie um Alles in derWelt willen den Russen nicht de» Argwohn, daß der Czarewitzvielleicht zwischen der rechtgläubigen griechischen Kirche und derrömisch-katholischen Religion einen Augenblick gewankt habe.

Dergleichen Reden verfehlten ihr Ziel nicht. Die Abreise wurdebeschlossen, und Tolstoh führte den dreizehnten Februar dieses Jahresden Prinzen in die Thore von Moskau ein. Noch denselben Abendwarf sich der reuige AleriS zu den Füßen seines Vaters. Sie hatteneine lange Unterredung mit einander. Durch die Stadt verbreitetesich sogleich das frohe Gerücht, Vater und Sohn seien mit ein-ander versöhnt, und alles Geschehene vergessen.

Am andern Tage aber tritt bei Morgenanbruch schon das Garde-regiment unters Gewehr; man hört die große Glocke von Moskauläute»; die Bojaren und Staatsräthe werden in den Palast ge-fordert; die Bischöfe, die Archimandritcn und zwei Geistliche vomSt. BlasiuSvrdeu versammeln sich in der Kathedralkirche. AleriSwird ohne Degen vor seinen Vater geführt, wie ein Gefangener.