Druckschrift 
7 (1851)
Entstehung
Seite
166
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unterrichtet war, was er eigentlich zu wissen begehrte. Sogleichreifete er init dem Grafen Romanzow von Turin nach Neapel.

Den Tag nach ihrer Ankunft in dieser Hauptstadt war ihr Er-stes, dem Gouverneur einen Besuch abznstattcn. Nach den erstenHöflichkeiten zog Tolstoi) den Gouverneur auf die Seite.SeineMajestät der Kaiser von Rußland weiß mit völliger Gewißheit-"sagte er zu ihm,daß der Czarewitz, sein Sohn, in Neapel ist.Der Monarch wünscht, da seine Gesundheit so hinfällig ist, diebaldige Rückkunft des Prinzen, den er so sehr liebt, und der seinThronerbe ist. Er wird Ihnen, Herr Gonvernenr, vorzüglich ver-pflichtet sein, wen» Sie mir mit dem jungen Prinzen eine beson-dere Unterredung verschaffen wollten. Ich bitte Sie, genehmigenSie hier die Beweise von dem, was ich Ihnen sagte." Tolstoi) über-reichte bei diesen Worten, außer einem prächtigen Diamant, dem Gou-verneur die ostensible Instruktion, so er vom Kaiser erhalten hatte.

Der Gouverneur versprach eine Zusammenkunft auf den folgen-den Tag, und hielt Wort. Tolstoi) und Romanzow, indem siesich dem Czarewitz näherten, warfen sich vor ihm nieder, nach rus-sischer Sitte, und küßten ihm ehrfurchtsvoll die Hand. Der Prinzerkundigte sich ziemlich betroffen nach der Veranlassung ihrer Reise,und fragte, wie es in Rußland gehe, seitdem er abwesend sei?Sie überreichten ihm einen Brief vom Kaiser.

Der Inhalt dieses Schreibens war, daß der russische Monarchseinem Sohne vorwarf, Eid und Pflicht verletzt und sich untereinen fremden Schutz begeben zu haben, daß er ihn aufsorderte,seinem Willen, wie ihn Tolstoi) und Romanzow bekannt machenwürden, zu folgen, und daß er ihm versprach:im Namen Got-tes und bei dem jüngsten Gericht," ihn nicht zu bestrafen, sondernihn noch mehr, als sonst zu lieben, wenn er nach Rußland zurück-kommen würde; wenn dies aber nicht geschehen sollte, daß er ihnals einen Verräthcr erkläre, »nd ihm seinen ewigen Fluch gebe.