dieses Einzige», in welchem fast jede Stunde die Geburtsstundeeines riesenhaften Werkes ist!
Das Schlachtfeld von Pultawa, wo Peter seinen fürchter-lichen Nebenbuhler Karl Xil besiegte und Schwedens Macht zer-trümmerte, reihete ihn zu den ersten Feldherren seiner Zeit; aufden Gewässern von Aland gewann er den Ruhm des Seehelden,und sich, von ihm selber, die Würde eines Vize-Admirals. Seiteilf Jahren gründete er an de» Sümpfen des Newastroms eineneue Stadt, er selbst war Baumeister und Meßkünstlcr; jetzt dehntsich dort das unermeßliche Petersburg Meilen weit aus. Nochimmer wird hier gearbeitet; über vierzigtausend Russen und einezahllose Menge schwedischer Kriegsgefangener sind täglich beim Baubeschäftigt.
Und alles das, wovon die Hälfte hinreicht, einen Fürsten un-sterblich zu machen, sind nur seine geringsten Thaten. Er ist Ge-setzgeber und Nmwandler seines Volks zugleich. Er führt die bar-barischen Nationen des unbekannten Nordens in die gesittete Weltein; er hat der herrschsüchtigen Priester Glaubenswüthigkeit undAberglauben gezähmt, ihre Gewalt zerbrochen, den Titel des Pa-triarchen abgeschafft; er selbst ist das Haupt des Klerus. Er hatsich ein neues Volk gebildet, sich Armeen geschaffen, eine Haupt-üadt des Reichs gebaut, sich Flotten auf dem Meere gezimmert,und den Künsten und Musen Roms und Griechenlands in den Wäl-dern des moskowitischen Landes Altäre errichtet. — Diesem Mannedarf seine Nachwelt kein Denkmal bauen, denn jedes wäre arm-seliger Tand und Zeuge eines beschränkten Geistes der Erbauer.Sein ungeheures Monument, welches er mit eigener Hand für dieEwigkeit aufführte, steht. Europa und Asien sind die Basis desselben,sein Name ist — Rußland.
Aber was treib' ich? Verzeihen Sie, lieber BelliSle, wennSie statt eines Briefes eine Lobschrift auf den großen Mann er-