Jahren denken sollen," rief der Czar, „daß wir Russen ln selbst-erbauten Schiffen heut auf dem baltischen Meere schlagen und siegenkönnten!"
Nachdem er die nöthigen Befehle crtheilt hatte, die Segelgegen die Insel Aland zu richten, um sich ihrer zu bemächtigen,ließ er mich vor sich berufen. Er unterschrieb noch einige Befehle,trank ein großes Glas voll Branntewein mit einem Zuge leer,stand dann auf, umarmte mich und sagte: „Junger Mann, du hastdich brav gehalten! Wie heißt du?" — Chevalier d'Aubant, IhreMajestät. — „Gut, sollstObrist sein! geh'an deinen Posten, unddiene mir ferner wie heut'!"
Die Gnade des Czaren rührte mich tief. Doch benutzte ich denvortheilhaften Augenblick, meine Entlassung zu begehren. Ich er-zählte ihm das Wesentlichste von meinen Verhältnissen in Frank-reich, vom Tode meines Vaters, und von der Nothwendigkeit meinerHeimkehr, die zerrütteten Vermögensumstände meiner Familie inOrdnung zu bringen. Der Monarch hörte mich schweigend an,drückte mir dann die Hand, und sagte: „Ich verliere ungern wackereLeute; aber geh' denn, ich will's nicht wehren."
Bald nachher, sobald wir wieder ln Petersburg angekom-nien waren, ward mir der Entlassungsbrief ausgefertigt, nebst derEinladung, an allen Feierlichkeiten und Festen des Hofes Theilzu nehmen, so lange ich noch in Petersburg verweile. Dergleichenschlägt man nun nicht gern ans, besonders, da ich noch einen Theilmeiner fahrenden Habe erwarten muß, welche tn Moskau zurück-geblieben ist. Ich beschäftigte mich inzwischen, die neuen Anlagenzu sehen, welche der Monarch mit jedem Tage vervielfacht; undwahrlich, man muß Jahre zu Hilfe nehmen, um nur das Allesmit seinen Augen durchlaufen zu können, was dieser außerordent-liche Mensch in einem so kurzen Zeitraum erschaffen hat. O wieelend winzig ist das Leben von tausend Königen gegen das Leben