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Hochebenen und weite Gctraidcfclder bis Stuttgart. Auf derHöhe der sogenannten Weinsteige, zu deren Füßen sich ei» geräu-miger Theil des SchwabenlaudeS ausbrcitet, übersah ich die Stadtund die weite Umgegend. Der Anblick des bunten Flächcnbildesließ mich aber so nüchtern und leer, wte jede ansgcrollte Land-karte. In Stuttgart verweilt' ich nicht, sondern nahm einen derFiacres, deren ans dem Residenzplatz eine lange Reihe zum Dienstbereit steht. Ich ließ mich durch die Schattcngänge eines schönenParks hichcr nach den Bädern und Gesundbrunnen von Kann,stadt versetzen.
Kannstadt.
-Die Müßiggängern hier zn Lande fängt an, mir all-
mälig znzusagcn. In den ersten paar Tagen machte mich das läs-sige Ninhertreiben, der Mangel alter ernster» Beschäftigung, fastuiißinnthig. Thätigkcit ist Naturtrieb. Daher wird der Müßig-gänger von Profession, der vornehme wie der bettelnde Nichts-thuer, weil er beschäftigt sei» muß, gewöhnlich zum Thunichtgutund Taugenichts.
Befürchte aber nicht, liebes Kind, daß ich's auch werde. Essind hier der geistvollen, trefflichen Männer zu viel, deren Um-gang mich davor bewahrt, während ich nebenbei die üblichen Sit-ten »nd Bräuche der Kurgäste gewissenhaft mitmache, wie ich inBade- und Brunnenorten Pflege, die mein Vorbeiflug berührt.Morgens also, genau um sechs Uhr, sieht man mich am Brunnenbeim Kursaal, oder am Berg, am liebsten ans der Insel im Nek-tar, meine Gläser Sauerwaffer trinken. Dabei leistet mir mei-stens ein junger, stattlicher Mann von kräftiger Körperfülle, Ge-sellschaft; ein Sohn dcs-Dichtcrs Schiller; ein Forstmann, alsomein Zunftgenosse. Daß wir da mit einander vorzugsweise unserZsch. Nov. XIV. 15"