Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
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über seine Person und seine Forderung; wissen von keiner Hoch-zeit, von keiner Braut. Nach vielen Neckereien und gegenseitigenErklärungen, verspricht man ihm endlich, Im Hause eine liebens-würdige Schöne zu suchen, wie er sie geschildert. Bald öffnet sichauch wirklich die Pforte. Der Bräutigam fliegt der Geliebten ent-gegen; aber cs ist die »»rechte; ein steinaltes, vcrschrninpftcSGroßmütterlcin! — Unter Gelächter und Lärmen fängt der Wort-wechsel, das Bitten des Einen, die Weigerung der Hausgcnossen-schaft von neuem an, bis sich diese noch einmal böwegen läßt,dem ungeduldigen Liebhaber die Braut zu suchen, wie er sic näherbezeichnet hat. Sie selbst tritt ihm aus der Thür entgegen. Esist ein kleines, buckligtes, altes Ding, welches mehr Runzeln imGesicht, als Haare auf dem Kopf trägt. So wird der Getäuschtemehrmals betrogen; oft, wenn es an wirklichen, dazu gemiethetcnHcrcngestalten im Dorfe fehlt, thnn'S große Strohpuppen in Weiber-kleidern, bis man ihm den Eintritt ins Haus gestattet, die ver-borgene Schöne selbst anfzusuchen, welche sich von ihm sehr gernfinden läßt. Dann zieht die Schaar, vergrößert durch die Verwand-ten der Braut, zum Hochaltar mit feierlichem Gepränge.

Nicht selten geht es bei Beerdigungen fast eben so lustig inverschiedenen Ortschaften zu, wenn, was auch in manchen Gegen-den der deutschen Schweiz noch üblich ist, die Verwandten des Ver-storbenen nach vollbrachtem Leichcnbegängniß, ins Traucrhaus znmTodtenschmaus zurkckkchren, und bei vollen Bechern de» tiefenSchmerz und Gram »in den Verlornen zu mildern bemüht sind.Im Livinerthal wird häufig dem Tobten, so lang er im Sargeliegt, Wache (vixiä) von Freiwilligen gehalten, meistens von an-dächtigen jungen Burschen und Mädchen, welche Rosenkranz undandere Gebete stundenlang hcrsagen. In den zur Erholung noth-wendigen Pausen aber müssen reichliche Spenden von Wein undBranntwein die Inbrunst der fromme» Jugend erfrischen. Die