dich hofften die Väter. — Sie hofften und du hast sie befreit.)Kann man das Wahre in erhabenerer Einfalt verkünden?
Man hat vom Ursprung der Schweizcrfrciheit oft sehr irrigeVorstellungen. Viele bilden sich ein, wenn sie die Geschichten vomWilhelm Teil, von den Männern im Grütli, oder den drei Ur-kantonen hören, diesen hätte das ganze Schweizerland die Freiheitz» danken.
Die Einwohner von Uri, Schwyz und Unterwalden warenlängst schon vor Wilhelm Teli unabhängige, freie Leute, miteigenen Verfassungen und Gesetzen gewesen. Sie gehörten nur znmallgemeinen Verband des damaligen deutschen Reichs und stelltenein uraltes Recht gegen rohe Gewaltthätigkciten der ihnen gesetz-ten Neichsvögte wieder her. Sic dachten dabei durchaus nicht andie übrigen Gauen Helvctiens; wußten kaum viel von ihnen.Andere Landschaften, andere Städte, kauften sich einzeln und nachnnd nach von den Rechten ihrer Grafen und Herren los. Dergrößte Theil der schweizerischen Bevölkerung, blieb aber freiheit-loses, dienstbares Volk dieser einzelnen Städte und kleinen gebie-tenden Landschaften; büßte Wohl sogar noch durch die wachsendeMacht der Städte von althergebrachten Rechtsinnen ein. Der Zu-stand dauerte bis Ende des vorigen Jahrhunderts fort. Untcr-thanen Oesterreichs und Preußens waren von jeher weit freierund beneidcnswürdigcr, als Unterthanen oder „Angehörige" derherrschenden Schweizerstädte; wie denn überhaupt jede Aristokratiefeindseliger gegen bürgerliche Freiheit des übrigen Volks ist, alseine Monarchie.
Wie in Uri, Schwyz und Unterwalden, entfesselten sich auchdie übrigen demokratischen Kantone der Schweiz, um die Andernwenig bekümmert, nach und nach, von den Oberherrlichkeiten derGrafen, Freiherren und Aebte. So geschah auch in Bünden.
Hier nistete vor einem halben Jahrtausend, in dem weitläuf-