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Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpuncte der Politik betrachtet : Nebst einem Sendschreiben des Verfassers an Herrn Abt Maximilian Prechtl
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dreyßigtauscnd der angesehensten und wohlhabendstenFamilien aus, freylich ward Blut vergossen und Ge-walt geübt, freylich ging die damals fröhlich aufblü-hende Böhmische Wissenschaft gänzlich unter, freylichward von dein an das Wort und die Schrift untereine ängstlich strenge Aufsicht gesetzt, und ein sklavi-scher und tückischer Sinn erzeugte sich unter solchemDrucke bey einem großen Theile des Volkes. Um ei-nen ungeheuer!, Preis mußte man allerdings die Re-stauration dieses Landes erkaufen. Allein der Zweckward doch erreicht, Böhmen ward zurückgebracht in denSchooß der allein seligmachenden Kirche.

Warum bedenken Sie Sich, zu solchen Maaß-regeln, welche sicherer als die vorgeschlagenen zum Zieleführen, zu rathen? Hat das leere Gerede von Huma-nität und Menschenrechten auch Sie übertäubt? Fürch-ten Sie dem weichlichen Geschlechts dieser Zeit durchnokhwendige Maaßregeln ernster Strenge zu mißfallen?Schreckt auch Sie das Gespenst, welches sie Zeitgeistnennen? Werden nicht die Verfolgten durch die Rück-kehr zu der allein wahren Kirche mehr gewinnen, alssie etwa an zeitlichen Gütern verlieren dürften? Wol-len Sie einem unzeitigen Mitleiden Raum geben?Tragen Sie die Schuld ihres Unglückes? Warum-lassen sie sich nicht bekehren; den Hartnäckigen nur sollja die Strafe treffen; dem Reuigen, welcher seinen Irr-thum abschwört, wird ja die Gnadenpforte alsbald auf-gethan. Soll denn der schöne Wunsch (S. 69 70 .),daß der religiöse Eifer der Fürsten in der Bestrafungder Häresie wieder belebt werden möchte, nur ein from-mer Wunsch bleiben?

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