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Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpuncte der Politik betrachtet : Nebst einem Sendschreiben des Verfassers an Herrn Abt Maximilian Prechtl
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Jahre 1609 . schien die ReligionSsreyheit der Böh-men für ewige Zeiten gesichert; und doch gelang esdem von den Jesuiten und dem päpstlichen Legaten Ca-rafa geleiteten Ferdinand II., das ganze Land wiederkatholisch zu machen und den Protestantismus völlig zuunterdrücken. Wie gelangte man zu diesem Resultate?Aus die leichteste Weise von der Welt. Erst vertriebman die protestantischen Geistlichen und schloß die pro-testantischen Kirchen zu, so daß das Volk entweder al-les. Gottesdienstes entbehren oder in die katholische Kirchegehen mußte. Sodann verordnet man, daß, wer sichverheirathen, ein Grundstück erwerben, einen Laden öff-nen oder irgend ein bürgerliches Gewerbe treiben wolle,zuvor durch glaubwürdige Zeugnisse darthun müsse, daßer die Messe regelmäßig besucht habe. Auch wurdenalle Bibeln und alle andere in Böhmischer Sprachegeschriebene Bücher hinweggenommen und verbrannt.Und da auch diese Maaßregeln noch nicht wirkten, sosendete man bekehrende Jesuiten, von Dragonern be-gleitet, auö, welche von Stadt zu Stadt zogen unddurch Ueberredung und Verheißung, durch Drohungund Strafe die endliche Reinigung des Landes von derkcherischen Bosheit bewirkten'')« Freylich wanderten

*) Wer von den damals in Böhmen verübten Gräuelnnäher sich unterrichten will, lese Pelzel's Geschichte derBöhmen nach, da, wo der Verfasser im zweyten Theile dieNegierung Ferdinand's II. beschreibt. Eine der wichtigstenQuellen für die traurige Geschichte dieser traurigen Zeiten istdie im Jahre 1639 . erschienene Schrift des CardiimllegatenKarl Ca rafa: Oommentaila cts derma,lia saera restan-.rata, darin der Römling den in der That allzugeduldigcnDeutschen erzählt, wie er Ferdinand II. zu der Verfolgung sei,ner protestantischen Unierthancn gereizt habe, und über das an,gestiftete Unheil, als über das verdienstlichste Werk, triumphirt.