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Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpuncte der Politik betrachtet : Nebst einem Sendschreiben des Verfassers an Herrn Abt Maximilian Prechtl
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langen. Zum Unglücke hat unser Volk die Bibel selbstin Händen, und leicht würde es daher in dem Geistli-chen, der ihm von dem Papste, dem Meßopfer, derAnrufung der Heiligen u. dgl. m. vorredeke, den gehei-men Katholiken erkennen. In seiner großen Mehrzahlist es in unfern Ländern recht wohl unterrichtet, jederLandmann kennt die Unterscheidungslehren seiner Kircheund nennet Luther's Namen mit Achtung. Auch sindunsre Gemeinden mit ihrer Kirche völlig zufrieden, undsehnen sich gar nicht nach den katholischen Zeiten zu-rück, ja der Versuch, sie abzuwenden von ihrem Glau-ben, könnte selbst unruhige Auftritte veranlassen. Siefreylich hegen eine sehr geringe Meinung von dem Volkeund glauben, daß es nur hinzunehmen habe, was manihm biete. Mich hat der Verkehr mit Menschen derverschiedensten Lebensverhältnisse eines Andern belehrt,ich habe selbst in den niedrigsten Ständen nicht nurviele Rechtlichkeit, sondern auch vielen gesunden Men-schenverstand und selbst manche Kenntnisse, die manhier nicht suchen sollte, gefunden, und bin zu der Ue-berzeugung gelangt, daß es nicht so leicht sey, wie Siemeinen, aus dem Volke und mit dem Volke unsererLänder zu machen, was man will.

Auf dem von Ihnen bezeichntem Wege wirdman nicht zum Ziele kommen. Allein es giebt nocheinen andern Weg und die Geschichte lehrt, daßman ihn hier und dort nicht ohne Erfolg betretenhabe. In Böhmen hatte Luther's Lehre bey denzahlreichen, aus den Hussitischen Zeiten stammen-den Utraquisten vielen Beyfall gefunden; der größteTheil der Bevölkerung des Landes war protestan-tisch geworden und durch den Majestätöbrief vom