173
land, Karl I., auf das Blutgerüst brachten, warenallerdings Protestanten, weil ganz, England protestan-tisch war; allein so wenig man sagen wird, daß die-jenigen, welche für den Tod Ludwig'S XVI. stimmten,ob sie gleich der katholischen Kirche angehöreten, ka-tholische Fanatiker gewesen seyen, eben so wenig kön-nen die Richter Karls I. protestantische Fanatiker ge-nannt werden. Weder hier noch dort hat der reli-giöse, sondern der politische Fanatismus das Verbrechenbegangen. Und was den Jean Poltrot, den Mörderdes Herzoges von Guise, betrifft, so weiß ich vonihm, daß er zwar ein Hugenott war, aber nicht wieein Fanatiker, der seiner blutigen That als eines ver-dienstlichen Werkes sich freuet, sondern feig, wie eingemeiner Mörder, geendigt hak, und daß es zweifel-haft ist, ob er aus eigenem Antriebe oder auf Anstif-ter: der Königin, welche vielleicht eines übermächtigenVasallen sich entledigen wollte/ das Verbrechen began-gen habe"). Wollten Sie durch Beyspiele michschlagen, so mußten Sie Protestanten erwähnen, wel-che aus religiösem Fanatismus um des Protestantis-mus willen Katholiken ermordet hätten, wie der Ka-tholik Balthasar Gerhard den Prinzen von Oranien,den Führer der protestantischen Parthey in den Nie-derlanden, aus religiösem Fanatismus ermordete, nach-dem ein Franziskaner ihm den Segen zu seiner That
den politischen Maaßregeln desselben, namentlich damit un-zufrieden war, daß er den Einfluß des Senates beschränkthalte.
H S. I,aoret6lls Ilistoire äs Irancs z/sriäant lesZasrrss äe reliZron. loui. II. x. 128 —137.