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Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpuncte der Politik betrachtet : Nebst einem Sendschreiben des Verfassers an Herrn Abt Maximilian Prechtl
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ziehen, daß sie den Stastszweck nicht glücklicher för-dern könne (S. 71 . 81 .). Denn einer über die HälfteEuropa's ausgebreiteten Gemeinde darum, weil sie dieGlaubcnSeinhcit, welche der KatholiciSmuS fordert,nicht hat und nicht haben will, die Existenz abzu-sprechen, ist doch eine gar zu paradoxe Paradoxie, welchedurch mehr noch als durch den bloßen Schein des Wi-dersinnigen Befremden erregt.

Auch in der Widerlegung der Gründe, durchwelche ich meine Behauptung unterstützt habe, sindSie nicht glücklich gewesen. Denn den ersten, daßda, wo es keine Hierarchie gebe, ein Gährungöstoffund ein Hinderniß zeitgemäßer Fortbildung wenigervorhanden sey, setzen Sie nichts weiter entgegen alsdie unhistorische Behauptung, daß Christus selbst dieHierarchie gestiftet habe, da doch vor dem zweytenJahrhunderte keine Spur derselben gefunden wird, eineLobpreisung des Guten, welches sie im Mittelalter ge-stiftet habe, was ich ihr gar nicht absprechen will,und die Versicherung, daß das Princlp der fortschrei-tenden Entwickelung, besten der Protestantismus sichrühmt, zum Rationalismus und zum Atheismus führe.Glauben Sie wirklich hiermit mich widerlegt und dar-gethan zu haben, daß die Ansprüche der Hierarchiemit dem Geiste und Bedürfniste der Völker dieser Zeitim Einklänge seyen, daß die Staaten, welche ihre For-derungen mit dem antihierarchischrn Geiste der VölkerauSgleichen sollen, in keiner Verlegenheit sich befinden,und daß das Princip starrer Unbeweglichkeit mehr alsdas der fortschreitenden Entwickelung dem Standpunctedes heutigen Europa und der Bestimmung des Men-schengeschlechtes entspreche?