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Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpuncte der Politik betrachtet : Nebst einem Sendschreiben des Verfassers an Herrn Abt Maximilian Prechtl
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gleich aufgehört haben, ihn den Antichrist zu nennen,als den Gegner der Glaubens- und Anbetungsweise,welche wir für die ächt evangelische halten, müssen wirihn heute noch betrachten. Wie könnten wir bey dieserAnsicht von seinem Verhältnisse zu der Christenheit gün-stig gegen ihn gesinnt scyn? Ueberdem hat er uns,seitdem unsere Kirche besteht, nur zu viel Ursache zugerechtem Unwillen gegeben. Denn vergessen haben wirnicht, wie er jederzeit zu unserer Unterdrückung gera-then, und jetzt durch seine Legaten, jetzt durch die ihmdienenden Jesuiten auf alle die Fürsten eingewnkt hat,welche ihre protestantischen Unterthanen verfolgten. Ver-gessen haben wir nicht, wie er damals schon, als Kai-ser Karl V. den Schmalkaldischen Bund bekämpfte,zum Kriege wider die Deutschen Protestanten, wie zueinem Kreuzzuge, aufforderte, selbst seine Söldner auS-sendete und, obwohl seufzend, seine auch von demGolde unserer Väter gesammelten Schätze aufthat. Ver-gessen haben wir nicht, wie er, als der König vonFrankreich, Karl IX., das schwärzeste Verbrechen, dasdie Geschichte kennt, begangen und die Hochzeit seinerSchwester mit der schändlichen Ermordung von funf-zigtausend, durch List und Trug sicher gemachten, Pro-testanten gefeyert hatte, wie er damals, indem Europaerschrack über solche Unthat, das Blut der Ermordetennoch rauchte und Trauer und Zorn jedes menschlicheHerz erfüllete, er, der Vater der Gläubigen, der Stell-vertreter des WeltversöhnerS, das: Herr Gott, dichloben wir, singen ließ, Gott lästernd und das Men-schengeschlecht verhöhnend. Vergessen haben wir nicht,wie er die KriegSfiamme nährete, welche dreyßig Jahrelang in Deutschland brannte, Ferdinand II. zu den