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Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpuncte der Politik betrachtet : Nebst einem Sendschreiben des Verfassers an Herrn Abt Maximilian Prechtl
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sehen, da man gewiß in jeder Diöcese mehrere ge-schickte und achtbare Männer finden wird, welche län-ger als acht Jahre ein geistliches Amt verwaltet ha-ben. DaS ist ein leeres Vorgeben. Der wahre Grundder Weigerung, auf die vorgeschlagene Bedingung ein-zugchen, ist in den durch den Druck ausgezeichnetenMorten enthalten. Die Bißthümcr sollen an dieSprößlinge adelicher oder doch wohlhabender Familienkommen, und Leuten von Geburt und Vermögen kannman sreylich nicht zumuthen, daß sie acht Jahrelang mit der Seelsorge und dem beschwerlichen Ge-schäfte des Predigcns sich abmühen sollen. Sie finddurch ihre Geburt und durch ihr Vermögen schon zuden höchsten Stellen qualificirt, und werden gar nichtin den geistlichen Stand treten, wenn sie nicht gleichvom CanonicuS und Domherrn zu der bischöflichenWürde gelangen können. Diese Rücksichten bestimmenden weitsehenden Oberherrn der Kirche, den von denvereinten Fürsten und Staaten gemachten Vorschlag zuverwerfen. Warum er aber wolle, daß die Vißthü-mcr vorzugsweise an Leute aus adclichen oder dochwohlhabenden Familien kommen sollen, liegt am Tage.Theils nämlich hofft er dem katholischen Adel den Ka-thvliciSmus dadurch zu empfehlen, daß er seinen nach-gebornen Söhnen die 'Aussicht auf annehmliche Kirchen-ämrcr eröffnet, theils hat er in seiner Weisheit erwo-gen, daß ja die aus adelichen und wohlhabenden Fa-milien stammenden Bischöfe adeliche und wohlhabendeBrüder, Oheime und Neffen haben, durch welche sieder Kirche, d. h. der Hierarchie, manche ersprießlicheDienste leisten können.

Ob wohl der Statthalter Christi diese Politik von

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