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Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpuncte der Politik betrachtet : Nebst einem Sendschreiben des Verfassers an Herrn Abt Maximilian Prechtl
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Priesterweihe nicht als ein Sacrament gelten läßt, sollnicht weniger ein Jrrlehrer seyn als der GotteSläugner?Das wird Niemand sich überreden lasten, der jemalsüber das Verhältniß der Dogmen zu den religiösenund sittlichen Bedürfnissen des menschlichen Herzens nach-gedacht und nach diesem Maaßstabe ihre Bedeutsam-keit zu beurtheilen gelernt hat. Vielmehr muß, weraus diesem Standpuncte stehet (und ihn haben alle vonder Wissenschaft erleuchtete Zeitgenossen eingenommen),mit Befremden die erwähnete Behauptung hören undsich zurückgestoßen fühlen von einer Kirche, welche ihmnur zwischen unbedingter Annahme eines allmählig undunter dem Einstusse zufälliger Umstande entstandenenLehrgebäudes und Unglauben und Irrlehre die Wahlläßt. Fährt die katholische Kirche fort, alle ihre Dog-men für gleich nothwendig und wesentlich zu erklären,so wird sie immer mehrere mit sich entzweien und aufdie Seite des Unglaubens Hinüberlreiben. Der Fran-zösische Unglaube wäre nicht entstanden oder doch nichtso zerstörend und ungestüm geworden, wie er auftrat,hätte nicht die katholische Kirche selbst durch den lhö-richten Selbstruhm der Unverbesserlichkeit und durch dieBehauptung unhaltbarer Dogmen den Zeitgeist zumWiderspruche gereizt und gleichsam herausgeforderk.Ist etwa die Welt seit der Rückkehr des Papstes nachRom eine ganz andere geworden? Ist, was seit derMitte des vorigen JahrhunderteS den Widerspruch ge-gen das katholische Dogma erregte, untergegangen inder Ansicht und Meinung der Völker? Läßt sich er-warten, daß das neunzehnte Jahrhundert zu dem Glau-ben des Mittelalters znrückkehrrn werde? Traurigisi'S, daß Rom die Zeit nicht verstehet oder nicht vor

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