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Ansicht der katholischen Kirche halten, wenn es nichtder Papst selbst sagte; denn ich habe in dogmatischenSchriften katholischer Theologen allerdings gelesen, daßdie auf Aussprüche Christi und der Apostel gegründe-ten lehren höher zu stellen seyen als die, welche nurauf das Ansehen der Tradition sich stützen, und kenneKatholiken, welche über manche problematische Dingeihre Privatmeinung haben, ohne darum von der Ge-meinschaft ihrer Kirche sich zu trennen. Da aber derPapst selbst, der doch am besten wißen muß, wasseine Kirche lehret, erklärt, im katholischen Lehrge-bäude seyen alle Dogmen fundamencell, alle gleichnochwendig und wesentlich, so will ich nicht bezwei-feln, daß dieses die Ansicht des Katholwismus sey.Unterlassen aber kann ich nicht, theils auf das Un-statthafte, theils auf das Schädliche dieser Behaup-tung aufmerksam zu machen. Denn für völlig unstatt-haft muß ich sie erklären, schon deshalb, weil es inder Natur jedes Lehrgebäudes liegt, daß es aus Grund-sätzen und aus Folgerungen besteht, welche letztere ebendeshalb, weil sie nur Folgerungen sind, den Grund-sätzen selbst nicht an die Seite gestellt werden können.Noch mehr aber leuchtet die Unstatchaftigkeit dieserBehauptung ein, wenn man theils die allmählige Bil-dungSgeschichte des katholischen Lehrbegriffes betrachtet,theils das religiöse und moralische Moment der ver-schiedenen Dogmen wägt. Aus der Rückwirkung desuntcrgegangcnen Heidenthumes auf die christlich gewor-dene Welt, welche sich von ihrer Vorzeit nicht völligzu trennen vermochte, ist die Anrufung der schützendenHeiligen, in denen die den einzelnen Ländern undStädten vorstehenden Götter des heidnischen Alcerthu-