Rede zu erbauen vermögen? Werden sie die Ungläu-bigen gewinnen und den durch Wissenschaft gebildeten.Gliedern der Gemeinde genügen können? kehret nichtFrankreich'S Beispiel, wie kraftlos ein Klerus bleibe,welcher sich nicht mit dem Geiste und der Wissenschaftseiner Zeit befreundet? Oder sind etwa die Französi-schen Geistlichen, welche man jetzt als Missionare un-ter das ungläubige Volk sendet, die Lenker der öffent-lichen Meinung geworden? Hort man etwa mit Ach-tung und Theilnahme ihre im Geiste der Capuziner ge-haltenen Reden, voll Schmähungen auf alles, wasdie Entwickelung der Zeit gebracht hat? Würden wohldie jüngst in den Zeitungen erzählten Soandale. in denPariser Kirchen vorgefallen seyn, wenn hier Reinhardeund Zoilikofcr christliche Weisheit verkündigt, hatten?Niemand kann auf eine Zeit wirken, die er nicht ver-steht, und auf eine Welt, die er nicht kennt. Wirdgründliche Wissenschaft und wahre Geistesbildung inklösterlichen Seminarien erworben werden, wo ein vonRom abhängiger Bischof die Studien leitet, nichts,was in Rom mißfallen könnte, gelesen werden darf,und die Jünglinge nicht wie Männer um einen for-schenden Weisen versammelt stehen, sondern wie Schul-knaben zitternd vor dem Schulmeister sitzen? Ist dasdie rechte Art, die Männer zu bilden, welche der Kirchedes neunzehnten Iahrhundertes das Evangelium ver-kündigen sollen?
Nein, nicht das Heil der katholischen Kirche,sondern nur Rom'ö Interesse verlangt, daß der Kle-rus in klösterlicher Zucht und mönchischer Geistesbe-schränkung erhalten werde. Für die Kirche kann nichtsverderblicher seyn, als die von ihm geforderte Bil-