Druckschrift 
Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpuncte der Politik betrachtet : Nebst einem Sendschreiben des Verfassers an Herrn Abt Maximilian Prechtl
Entstehung
Seite
81
Einzelbild herunterladen
 

6 t

dem ReformationSzeltalter von den Regierungen gechanworden, ja an manchen Orten hat man sogar ihrwohlerworbenes Eigenthum auf mehr als eine Weisegeschmälert. Auch deshalb ist'S nöthig ihre Sache vorden Machthabern zu führen, damit ihr bereitwilligergewahrt werde, was sie nicht entbehren kann, wennsie nicht je länger desto mehr verfallen soll. Und wennman nur will, so wird schon zu dem NothwcndigenRath werden. Hat man in einem benachbarten StaateMittel gefunden, den Erzbischöfen und Bischöfen Ge-halte von 20,000. 15,000. 10,000. und 8,000. fl.auszuwerfen, '") Domcapitel zu dotiren, und Semi-narien zu stiften, so wird es wohl auch möglich seyn,die dem Dienste der protestantischen Kirche sich wid-

So sind im Baierischen Concordate Art. IV. die Gerhalte der Erzbischöfe und der Bischöfe bestimmt. Auch diePreußische Negierung hat, nach der in die Gesetzsammlung auf/genommenen päpstlichen Bulle vom 16 . Juli 1821 . äo salntsaniru-irum, den Erzbischöfen in Cöln und Posen, auch denBischöfen, sehr ansehnliche Gewalt bewilligt, und sich verbind/lieb gemacht, die katholische Kirche in den Nhcinprovinzen und indem Großherzogthume Posen nach und nach so zu dotiren, daßsie zu einem ansehnlichen, von dem Staatscigenthume völligausgeschicdencn Vcsitzthume gelangen wird. So gern jederbillig Denkende der allerdings in den letzten Zeiten vielfältigberaubten katholischen Kirche eine Verbesserung ihres Zustandesgönnen muß: so ist's doch auf der andern Seite dem Proterstauten nicht zu verargen, wenn er fragt, warum doch daskatholische Kirchenwesen aus den Mitteln dcS Staates erhaltenwerden solle, so lange die protestantischen Gemeinden gcnörthigt sind, aus eigenen Kräften für ihre Geistliche» und kirch«lichen Anstalten zu sorgen. Auch begreift er nicht recht, wozues für die Erzbischöfe und Bischöfe so großer Gehalte bedürfe,da doch die ausgezeichnetsten Geistlichen seiner Kirche mit sehrmittelmäßigen Einkünften ausreichen und man wohl nicht errwarten könne, baß von den reich ausgcstatteten Erzbischöfen

6