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Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpuncte der Politik betrachtet : Nebst einem Sendschreiben des Verfassers an Herrn Abt Maximilian Prechtl
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muß die protestantische Kirche haben, wenn sie nichtveralten und erstarren soll. Auch diese Freyheit werden ihrdie Regierungen am willigsten und vollständigsten gewäh-ren, welche sie in Ehren halten, und wollen, daß sieeine lebendige Kraft bleibe und als eine solche fort-wirke auch in den künftigen Geschlechtern. Ein neuerGrund ihre Sachen vor den Machthabern zu führen,und denen entgegenzutreten, welche, weil sie ihren Um-sturz nicht zu bewirken vermögen, doch ihren allmähligenVerfall auch dadurch herbeyzusühren trachten, daß sieihr hemmende Fesseln anzulegen rathen, und ihre Fort-bildung, so viel sie nur können, zu hindern suchen.

Endlich bedarf auch, die protestantische Kirche derUnterstützung ihrer Anstalten; denn was in der Weltstehet, kann äußerer Mittel nicht entbehren. Sie be-darf eines durch Wissenschaft! gebildeten Lehrstandes;denn ohne vielseitige wissenschaftliche Bildung giebt'6keine Wehrfähigkeit, und nur durch Männer, welchedes Wortes mächtig sind, kann der Gottesdienst derprotestantischen Kirche in Ehren erhalten und wirksamgemacht werden. Messe lesen kann jeder, dem mandaö Meßgewand anziehet; predigen aber, wie gepre-digt werden soll, kann nur der Mann von vielseitigerBildung und gründlicher Wissenschaft. Sie brauchtferner Kirchen, welche zwar nicht als Meisterwerkeder Baukunst in Pracht und Herrlichkeit steh erhebenmüssen, aber doch gefälliger Würde und bescheidenenSchmuckes nicht ermangeln dürfen. Sie kann Schulen,theils dem VolkLunterrichte, theilö der Bildung ihrerLehrer bestimmt, nicht entbehren, und wünschenswerthist jeder kirchlichen Gesellschaft der Besitz eines Eigen-tumes, von welchem, ohne daß es in jedem Falle