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Protestantismus und Katholicismus aus dem Standpuncte der Politik betrachtet : Nebst einem Sendschreiben des Verfassers an Herrn Abt Maximilian Prechtl
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solches Ansinnen aber können die Regierungen nichtwilligen, wenn sie dem Grundsätze, daß beide Kirchengleicher Rechte sich erfreuen sollen, treu bleiben wollen.So wie der KatholiciSmuS den Protestantismus be-streiten darf in Wort und Schrift, so muß gegenseitigdas gleiche Recht dem Protestantismus zustehen; e6wäre ein Eingriff in die Rechte der protestantischen Hälftedes Volkes, wenn eine Regierung die Verbreitung einerSchrift darum verbieten wollte, weil sie den Ansichtender andern Hälfte widerstreitet. Mögen die Bischöfegegen den Protestantismus predigen und schreiben, wiewir Protestanten unsere Sache durch Wort und Schriftführen; fern aber sey es, daß irgend eine Regierungdie freye Mittheilung der Gedanken darum hemmensollte, weil es die Bischöfe bequemerer finden, durchBücherverbote als durch Widerlegungen den Eimvür-fcn der Gcgcnparthey zu begegnen. Fälle genug wer-den eintrcten, wo die protestantischen Kirchen genöthigtsind, den Schutz der Regierungen gegen die Beein-trächtigungen des Katholicismuö anzurufen, und dar-um ist zu wünschen, daß sie von ihnen in Ehren ge-halten und nicht ais eine Pflanzschule des revolutio-nären Geistes betrachtet werde.

Wie des Schutzes gegen Beeinträchtigungen, so

auch den katholischen Einwohnern Daiern's kann eine in dieWillkühr der Bischöfe gestellcte Beschränkung im Gebraucheihrer Bildungsmittcl nicht erwünscht sepn. Auch wird unstrei-tig die Ausführung dieser Maaßrcgcl große Schwierigkeit ha-ben; denn kaum läßt sich absehen, wie verhütet werden solle,daß nicht ein Buch, welches man, weil es den Grundsätzendes Protestantismus gemäß ist, für die Hälfte der Einwohnereiner Stadt frey geben muß, auch in der andern, für welcheallein das Verbot gelte» kann, gelesen werde.